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Ute Blindert

Würden Sie 90.000 Euro fürs Netzwerken ausgeben? [Episode 006]

von Ute Blindert 25. August 2017
Würden Sie 90.000 Euro fürs Netzwerken ausgeben? [Episode 006]

Dass so ein Netzwerkaufbau einiges an Zeit (und Geld) kostet, habe ich ja schon bei der Frage der Ressourcen und bei dem Tipps fürs Umdenken behandelt. In dieser Episode beschäftige ich mich mal näher mit der Frage, welche Rechnung sich theoretisch fürs Netzwerken aufmachen ließe. Wenn man sich nämlich mal klar macht, welcher Zeit-Geld-Wert dahinter steht, geht auch bewusster mit den eigenen Ressourcen um und hinterfragt auch einfach mal. 

Alles zu berechnen bedeutet allerdings nicht, dass auch alles mit einem Wert versehen werden muss - und du dann womöglich nur noch mit Menschen zu tun haben willst, die dich weiter bringen. Gerade das nach links und rechts schauen, das Flanieren ist wichtig, um einen offenen und neugierigen Blick zu behalten. 

Shownotes: 

Transkript: 

Hallo, hier ist Ute Blindert von „Karrierebooster Netzwerken“, dem Podcast rund um Social Media, digitale Reichweite und Sichtbarkeit im richtigen Leben. Strategisches Netzwerken ist unser Motto. Viel Spaß dabei! [00:00:16-8]

Hallo, hier ist wieder Ute Blindert von "Karrierebooster Netzwerken" und ich melde mich zurück mit einem Thema, über das ich schon öfters geschrieben und nachgedacht habe, nämlich mit der Frage: 

Würden Sie 90.000 Euro ins Netzwerken investieren? Der ökonomische Blick aufs Netzwerken. 

Dabei geht es um das Thema: Wie kann ich eigentlich Netzwerken und dabei so vorgehen, dass ich sowohl für mich wie auch für andere was richtig Gutes dabei herausbekomme. Jetzt muss man natürlich nochmal zurückgehen auf diese Summe, 90.000 Euro, das hört sich nach wahnsinnig viel Geld an. 

Denn 90.000 Euro, wenn man das mal umrechnet, dann ist das in einer Stadt wie Köln ungefähr ein Drittel einer Eigentumswohnung in einem halbwegs netten Viertel oder man kriegt einen einfachen Tesla dafür. 

Also das ist schon eine ganze Menge. Ich habe den Cayenne jetzt mal weggelassen, vielleicht will den im Moment keiner mehr haben. Dabei ist die Frage: Wie komme ich überhaupt auf diese Zahl? Ist natürlich nicht so, dass ich einfach hingehe und sage: Hey, ich überlege mir mal eine schöne Clickbait-Überschrift, damit alle Leute zu meinem Podcast kommen und ich habe irgendwie keine Idee dahinter, wie ich die zusammensetze, sondern ich erkläre euch das natürlich. [00:01:55-7]

Meine These ist, dass der Aufbau eines Netzwerkes ungefähr 2 Jahre dauert. Wenn man davon ausgeht, dass man zum Beispiel noch kein Netzwerk hat oder nur so ein kleines, vielleicht aus dem Studium oder aus der Ausbildung und sich noch nicht mal so richtig systematisch damit auseinandergesetzt hat. 

Wer jetzt natürlich, was weiß ich, auf einer bestimmten Schule war oder an einer bestimmten Uni studiert hat, der kann natürlich einfach schon so ein bisschen was an anderem Netzwerk mitnehmen, aber davon gehen wir jetzt einfach mal nicht aus. Wir gehen jetzt davon aus, der Aufbau dauert 2 Jahre. So. 

Was kann ich an Zeit einsetzen?

Jetzt kommt es natürlich ein bisschen darauf an, wie viel Zeit ich überhaupt habe, die ich einsetzen kann. Gehen wir mal davon aus, was ist so ein Wochen-Kontingent, was man ins Netzwerk investieren kann oder sollte? 

Das sind Näherungswerte, Erfahrungswerte, ich habe einfach mal Leute gefragt, die ich für sehr gute Netzwerker halte. Die meisten sagen, ich brauche so zwischen 3 bis 10 Stunden pro Woche. Das hört sich natürlich wahnsinnig viel an. Aber zum Beispiel zu den 10 Stunden gehört auch, dass man sich mal Mittags zum Mittagessen trifft oder dass man zu einer Veranstaltung geht, all das kommt natürlich mit in dieses Zeitkontingent rein, also in die 3 bis 10 Stunden pro Woche. 

Wenn man jetzt mal kalkuliert, 1 Stunde, die ich sonst, für die ich sonst eine Rechnung schreiben würde oder die ich sonst kalkulieren muss, weil ich die nicht in meinen Job stecken kann, habe ich jetzt einfach mal mit 90 Euro angesetzt. Kann man auch diskutieren, ob das zu viel ist oder zu wenig, was auch immer. 

Wir nehmen jetzt einfach die 90 Euro. 50 Wochen im Jahr, weil vielleicht ist man mal eine Woche krank und dann ist ja auch noch Weihnachten und so weiter, da fällt das einfach mal flach, außerdem ist es schöner zu rechnen. Also haben wir 10 Stunden pro Woche mal 90 Euro, macht 900 Euro die Woche, mal 50, sind wir schon bei 45.000 Euro pro Jahr. Netzwerk-Aufbau dauert 2 Jahre, also sind wir bei 90.000 Euro. 

Diese 45.000 sind ziemlich genau so das Durchschnittsgehalt in Deutschland. Das ist also eine ganze Menge, die man sozusagen fürs Netzwerken investieren kann. Ist ja nicht so, dass ihr das Geld bezahlt, also ihr bezahlt höchstens was für Branchenverbände, für Vereine, für Veranstaltung. Klar, das kommt nochmal obendrauf, aber jetzt geht's allein um dieses Zeitinvestment. 

Und alle Zahlenfuchser und Statistiker, die können mich auseinanderpflücken, das ist total okay, aber mir geht es erstmal darum, sich mal klarzumachen, dass Netzwerken einfach eine große Zeitinvestition ist und irgendwie kann man diese Zeitinvestition, natürlich auch einen Strich drunter ziehen und sagen, das ist Summe X. [00:04:55-8]

Der ökonomische Blick aufs Netzwerken

Dieser ökonomische, dieser unternehmerische Blick auf das Netzwerken, der ist mir total wichtig, der ist mir insofern wichtig, weil der den Blick so frei macht, dazu zu sagen: 

  • Was nutzt mir? 
  • Was nutze ich für mich? 
  • Und was ist sozusagen das, wenn ich das investiere, was muss dabei rauskommen? 
Wenn ich jetzt zum Beispiel, denn ich kann ganz viel Netzwerken, also ich kann ganz viel mich mit Menschen unterhalten, mich mit Menschen treffen, noch wieder jemand kennenlernen und noch jemand kennenlernen und da einen Vortrag halten und da was machen, wenn das aber nicht eine gute Zeitinvestition ist, die ich mir vorher überlegt habe, dann kommt vielleicht hinterher nicht das heraus, was ich mir vorstelle. 


Das heißt, ich muss im Grunde mit diesem unternehmerischen Blick an mein Netzwerken gehen und sagen: Ich überlege mir genau, wo ich meine Zeit wie investiere, damit das rauskommt, was ich mir vorstelle. 

Wenn wir jetzt mal so ganz analytisch ans Netzwerken herangehen, dann kann man sich jedes Mal die Frage stellen: Wer oder was oder wo bringt mir wie viel? Was habe ich davon? Und wenn wir jetzt mal hingehen und sagen: Wir gucken uns jetzt zum Beispiel mal unsere Kontakte an, also ihr habt dann in eurem Netzwerk, zum Beispiel bei XING oder LinkedIn oder bei Facebook oder in eurem Notizbuch oder was auch immer, Menschen, mit denen ihr vernetzt seid.  

Hand aufs Herz, wenn wir uns jetzt mal die verschiedenen Kontakte angucken, die ihr so gesammelt habt oder die sich euch anbieten als neue Kontakte, dann kommt oft heraus, dass ihr sagt so: 

  • Hm, das ist jemand, der empfiehlt zum Beispiel gerne weiter. 
  • Das ist jemand, der ist super vernetzt. 
  • Das ist jemand, der hat Gewicht in meiner Branche. 
Dann sind das für euch in eurem Netzwerk natürlich die Kontakte, die man als Super-Schnuckis, Super-Hubs, Einhörner oder auch Golddukaten bezeichnen kann. Und dann habt ihr andere Kontakte, das sind die, die aus eurer Branche kommen, mit denen ihr euch fachlich austauscht, die ihr mal fragen könnt, wenn ihr irgendwie mal so etwas wissen müsst, was man vielleicht nicht öffentlich fragen kann. Da würde ich dann sagen, das sind dann vielleicht nicht die Einhörner, aber das sind dann die weißen Schimmel und die sind auch super, aber die sind halt nicht ganz so wunderbar wie die Einhörner. 


Einhorn Jobmessen b Lucas1989 photocase de


So und dann gibt es noch andere Kategorien, das wäre dann zum Beispiel, das wären dann vielleicht die Schafe oder Ziegen oder Schildkröten oder was auch immer, also es wären auf jeden Fall die Leute, wo ihr sagt: 

Ja, ist okay und ich trink auch mal einen Kaffee oder ich freue mich mal, die oder den auf einer Messe zu treffen, aber ich würde vielleicht nicht unbedingt jede Woche mit ihm oder ihr essen gehen und ich würde mir vielleicht auf einer Konferenz auch nicht 2 Stunden Zeit für einen Schnack nehmen, sondern ich würde das einfach ein bisschen begrenzen auf eine kürzere Zeit. 

Und so könnt ihr natürlich nicht nur eure Kontakte angucken, sondern auch Veranstaltungen: Sind da die Menschen, die für mich, für das, was ich mit meinen beruflichen Netzwerken erreichen will, sind die da, die ich da ansprechen muss? 

Wenn zum Beispiel klar ist, ihr trefft euch mit dem Frauenklüngel-Club eurer Stadt oder mit dem 11 Freunde-Fußball-Fanclub, dann ist vielleicht klar, das ist ein super Austausch zum Fußball, aber das hat halt nichts mit beruflichen Netzwerken zu tun. Beim Fußball kann das vielleicht sogar mal sein und dann heißt zum Beispiel die Entscheidung: Okay, wenn ich dann in der gleichen Zeit vielleicht einen Vortrag bei einer IHK-Veranstaltung halten kann, dann wäre es wahrscheinlich besser zu der IHK-Veranstaltung zu gehen. 

Vergiss die Analyse!

Jetzt plädiere ich zwar für eine analytische Herangehensweise und auch mal diesen Zeit-, Geldinvest fürs Netzwerken im Kopf zu haben, aber viele, die mich kennen, wissen, dass ich natürlich nicht ganz so hardcore bin, wie ich das jetzt am Anfang gesagt habe. 

Denn man darf eines nicht vergessen: Das, was wir für Bilder von Menschen im Kopf haben oder auch manchmal von Veranstaltungen denken, was dabei höchstens rauskommt oder sonst was, manches davon ist überraschend schlecht und anderes wiederum ist überraschend gut oder anders als wir uns das vorstellen. 

Also zum Thema #neverlunchalone, ich habe schon mal öfters in meinem Blog dazu geschrieben (hier zum Beispiel) oder wir machen sicher auch nochmal eine Folge hier im Podcast dazu, das heißt, man trifft sich mit verschiedenen Menschen und geht mit den Essen. 

Das heißt, dass Zeitinvest ist ungefähr 1 Stunde bis 2, also wenn man von außerhalb kommt, sind es eher so zweieinhalb Stunden, also ich investiere immer ungefähr zweieinhalb Stunden für so ein Mittagessen.  Ich mache das immer, dass ich zwischendrin gucke, mich vor allen Dingen auch mit Menschen zu treffen, wo ich denke, das ist auch wichtig, mal wieder mit denen zu sprechen, aber auf der anderen Seite auch mal schaue, wer hat denn Zeit, wer hat mich angesprochen, habe ich noch Zeit in der Woche und so weiter. 

Manchmal sind diese Mittagessen und diese Begegnungen, bei denen man gar nicht so viel erwartet, überraschend und es kommen die tollsten Sachen dabei heraus. Deshalb würde ich immer versuchen vielleicht so eine 70 / 30 Mischung hinzubekommen, also auf jeden Fall den Kopf frei zu lassen für die Überraschungen, die man sonst vielleicht gar nicht erwartet. Manche Menschen stellen sich tatsächlich nicht so nach außen dar, und dann ist es wahnsinnig überraschend, was dann im Grunde auf den zweiten Blick bei rauskommt. [00:11:13-3]

Wenn wir dann jetzt nochmal so gucken, wenn wir nochmal auf dieses Investment zurückgehen und sagen: Okay, wir machen einmal so ein bisschen diesen analytischem Blick da drauf, wir sagen aber auch gleichzeitig, macht den Geist auch frei für Leute, für Überraschungen. 

Dann ist es nicht immer alles nur so straight nach so plus plus plus, Strich drunter, was kommt bei raus? Das würde ich euch auf gar keinen Fall empfehlen. Aber wenn ihr diesen analytischen Blick da drauf habt und zum Beispiel in einem Gespräch seid mit jemand, auf einer Messe oder auf einer Veranstaltung, dann ergeben sich daraus auch so ein paar Sachen, die euch befreien können. 

Dann zu sagen: Es ist auch okay, wenn ich gehe. Ich kann dann auch mal so ganz elegant irgendwie sagen, ich bring noch was zu trinken mit und dann seid ihr weg. Dann ist es auch okay, sich wieder jemand anderen zu suchen und in ein neues Gespräch zu gehen. 

Was wichtig ist dabei, sich bei diesem allem, was man so analytisch und auch so als Investment sieht, immer mal wieder auch darüber nachzudenken: Passt das eigentlich noch, was ich mir ausgedacht habe, passt eigentlich meine Sichtweise da drauf noch? Wenn ihr dann zum Beispiel merkt: Aha, da hat sich bei mir so der Blickwinkel geändert oder ich brauche da mittlerweile andere Kunden, ich habe eine andere Zielgruppe, die ich ansprechen will, dann guckt euch das wieder ganz genau an und geht dann wieder mit eurem neuen Blick an das Investment da ran. [00:12:49-2]

Ich fasse noch mal kurz zusammen. Netzwerken braucht einfach Zeit, das braucht ungefähr 2 Jahre und es ist einiges an Zeitinvestment. Wenn man es mal ausrechnet, auf welche Methode auch immer, dann ist es eine ganze Menge Geld, die ins Netzwerken gehen kann. 

Netzwerken kann aber ein super gutes Tool sein für neue Jobs, um das eigene Unternehmen voranzubringen, um sich als Expertin zu vermarkten, um sich auch Fachunterstützung zu holen, um auch einfach immer sichtbarer zu werden. Das sind all die Sachen, die super sinnvoll sind durch das Netzwerken und die Sichtbarkeit, die ihr erreicht. Dadurch, dass ihr euch aber klar macht, was für ein Investment das im Grunde die Zeit ist, die ihr einsetzt, weil das auch mit gleichzusetzen ist mit Geld, könnt ihr nochmal ganz strategisch da rangehen und sagen: Okay, wenn ich jetzt beruflich netzwerke, dann muss auch ein bestimmter Output bei rauskommen.  [00:14:02-6]

Das war mir nochmal wichtig euch mitzubringen. Ich hoffe, ihr fandet das interessant. 

Wie seht ihr das? Das wäre mal für mich eine interessante Sache. Geht ihr auch so da ran, ganz analytisch oder seid ihr eher so "Ja, mal gucken, was passiert"? Vielleicht seid ihr auch da so eine Mischperson. Mich würde das auf jeden Fall sehr interessieren. 

Diskutiert gerne mit auf meiner Facebook-Seite dazu oder gerne auch unter dem Podcast im Blog oder auch gern unter dem Podcast, würde mich super freuen und ich freu mich, wenn ihr meinen Podcast weiterempfehlt, vielleicht abonniert oder auch gerne bewertet. Und ja, ich wünsche euch viel Erfolg beim Netzwerken und ihr wisst schon: Never lunch Alone! [00:14:51-6]

Bild: knallgrün, Lucas1989/photocase.de

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