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Wie du deine Stärken herausfindest und sie für deine Positionierung nutzt

Wie du deine Stärken herausfindest und sie für deine Positionierung nutzt

Es gibt viele Tools und Tests, mit denen du deinen Stärken, Charaktereigenschaften und Talenten auf die Spur kommen kannst. Doch was ist das, was dich wirklich ausmacht? Das, was du perfekt beherrschst, worin du so richtig, richtig gut bist? Die Frage, die du dir hier und jetzt stellen darfst, ist diese hier: Worin bist du Meister*in? Worin brillierst du so, dass es dir selbst vielleicht sogar läppisch einfach vorkommt?


Denn das, was dir selbst oft leicht und selbstverständlich vorkommt, ist für andere gar nicht leicht. Du kannst das nur nicht gut erkennen, weil du so tief im Thema drinsteckst und dich schon so intensiv mit deiner Tätigkeit befasst hast. Du kannst dir daher nicht mehr vorstellen, wie es ist, sich nicht damit auszukennen.

Aus diesem Grund ist es auch gar nicht so einfach, herauszufinden, worin du meisterlich gut bist. Aber ich habe drei Wege für dich zusammengestellt, wie du die Frage für dich beantworten kannst. Denn wenn du weißt, worin du richtig gut bist, dann kannst du mit genau diesen Argumenten für dich und deine Arbeit werben. Das ist Positionierung, denn niemand kann die Dinge genau so wie du.


Die zwei Arten von Meisterschaft

Auf der einen Seite gibt es also den Bereich, wo du etwas richtig gut kannst oder etwas ganz besonders gut weißt. Du bist nicht nur fit in deinem Thema, sondern hast es so sehr vertieft, dass dir so schnell niemand etwas vormacht auf diesem Gebiet. Dir fällt das leicht, es macht dir sogar Spaß. Hier bist du Meister*in!

Der andere Bereich unserer Meisterschaft ist der, der deine Art oder Herangehensweise betrifft. Es ist vielleicht außergewöhnlich, wie du dich in deinem Arbeitsumfeld oder der Welt bewegst, wie du auf Menschen und Themen schaust, wie deine Haltung dazu ist. Auch diese Besonderheiten schätzen Menschen an dir. Du nimmst das bloß meist nicht wahr, weil es so sehr zu dir gehört, dass du die Besonderheit nicht bemerkst.

Es gibt also einen blinden Fleck, was unsere meisterlichen Fähigkeiten und Eigenschaften betrifft. Und den können wir nur umgehen, wenn wir andere fragen. Hier sind die drei Methoden, wie du das am besten anstellst:


1. Dein Wertschätzungs-Schatz: Frag dein Umfeld nach Feedback!

Ganz systematisch kannst du dich deiner Meisterschaft und deinen Stärken nähern, indem du Menschen fragst, die dich gut kennen – und zwar in deinem Arbeitsumfeld und deiner Wirkweise. Denn jetzt geht es um die Merkmale, die deine Produkte oder Dienstleistungen so besonders machen, dass es auffällt.

Ich nenne die Methode „Wertschätzungs-Schatz“, meine Kollegin Maren Martschenko sagt dazu „Love-Shower“, du kannst vielleicht auch „Komplimente-Kiste“ oder etwas anderes dazu sagen.

Du begibst dich auf die Suche nach Wertschätzung, indem du Kund*innen, Kolleg*innen oder Menschen aus deinem Netzwerk fragst, mit denen du in engem Austausch stehst. Ich denke, du kannst dir schon vorstellen, wer besonders gut dafür in Frage kommt. Etwa 10 Menschen sind eine gute Zahl, um ein aussagekräftiges Bild von deinen meisterlichen Talenten zu bekommen.

Stell den ausgewählten Personen folgende Fragen:

  1. Was sind in deinen Augen meine größten Stärken und Talente
  2. Was schätzt du besonders an mir?
  3. Was ist typisch für mich?

Die Fragen stellst du am besten schriftlich, sodass du auch ausformulierte Antworten bekommst. Denk aber daran: Nicht jeder Mensch ist gut im Formulieren. Wenn jemand dir die Fragen mündlich beantworten möchte, schreib auf jeden Fall mit oder notier dir die Antworten hinterher als Gedächtnisprotokoll. Die Antworten sind zu kostbar, um sie verpuffen zu lassen!

Auswertung: Finde den Kern deiner besonderen Eigenschaften und Stärken

Werte die Antworten später aus. Schau sie dir an und du wirst feststellen: Jede Person wird unterschiedliche Dinge aufführen, eine unterschiedliche Gewichtung vornehmen. Aber einige Talente und Eigenschaften werden immer wieder auftauchen.

So findest du heraus, welche deiner Eigenschaft als besonders außergewöhnlich und hervorragend, oder eben als besonders typisch wahrgenommen wird. Einfach, weil sich diese Antworten häufen.

Wenn du die Antworten nebeneinanderlegst und die oft genannten Merkmale herausfilterst, kannst du den Kern herauskristallisieren. Verwahre deinen Schatz anschließend sicher und auch gut erreichbar an einem Ort deiner Wahl:

  • Als Datei auf deinem Computer oder in der Cloud,
  • stichpunktartig in deinem Journal oder vielleicht sogar
  • als Ausdruck, um dir deine Wertschätzung auch sichtbar in die Wohnung oder ins Büro zu holen.

Schau dir deinen Schatz ab und zu an – das stärkt ganz besonders an den Tagen, an denen du Zweifel hast. Und natürlich kannst du die Antworten benutzen, um deine Vorzüge und Besonderheiten in einer Zusammenarbeit herauszustellen. Zum Beispiel auf der Website, auf Landingpages oder Produktbeschreibungen.


2. Dein Feedback-Speicher: Sammle Rückmeldungen deiner Kund*innen

Du bekommst ja nicht nur Feedback, wenn du zielgerichtet danach fragst, sondern auch immer mal wieder zwischendurch.

  • Rückmeldungen auf deinen Content (auf Blog, Newsletter, Social Media etc.)
  • Feedback auf deine Beratung
  • Eine Rezension oder ein Dankeschön für deine (digitalen) Produkte
  • Wertschätzende Antworten auf einen Tipp oder hilfreichen Kommentar von dir
  • Evaluation nach einem Workshop, einer Moderation oder einer Dozenten-Tätigkeit
  • oder oder oder

Wenn du häufig Workshops oder Moderationen machst, dann überleg dir, wie du dir dort systematisch Feedback einholen kannst. Vielleicht sind das Fragebögen oder eine Online-Umfrage? Es ist wichtig, auch bei Events systematisch Rückmeldungen einzusammeln.

Sicher dir dieses Feedback als Screenshot oder als Foto oder wie es gerade gut passt. Sammle diese Rückmeldungen und speichere sie dir ab, sodass du leicht und jederzeit darauf zugreifen kannst.

Auch mit diesem Feedback kannst du weiterarbeiten. Ich schaue oft in meinen Feedback-Speicher, wenn ich zum Beispiel überlege, wie ich die Zusammenarbeit mit mir gut beschreiben kann. Es hilft, diese Perspektive von außen einfließen zu lassen.


3. Wofür feierst du dich? Und wofür feiern dich andere?

Ich habe diese Methode gerade in meiner Business-Mastermind ausprobiert und bin total begeistert davon. Meine Mastermind-Runde und ich treffen uns regelmäßig online zum Austausch. Diesmal haben wir das Jahr reflektiert.

Der erste Schritt: Wofür feierst du dich?

In unserer Runde hat jede von uns Raum bekommen, um zu sagen, wofür sie sich in diesem Jahr feiert. Das können Business-Themen und Ziele sein, aber auch persönliche Erfolge: Was lief gut in der Familie, bei den Kindern, im Sport oder Hobby-Bereich? Für all diese Dinge dürfen wir uns feiern. Und es wirkt doppelt, wenn wir das auch aussprechen – vor anderen.

Wichtig dabei: Es gibt kein „aber“. Du feierst dich. Mach dich nicht klein mit Formulierungen wie „das war ganz gut, aber ich hätte besser…“ Achtet untereinander auch mit darauf, das macht die Methode noch wirkungsvoller.

Der zweite Schritt: Wofür feiern dich andere?

Wenn alle gesagt haben, wofür sie sich feiern, dann sagen die anderen, wofür sie dich feiern. Also: Was feierst du an den anderen Personen der Runde? Und die auf diese Weise Beschenkten hören zu und schreiben sich wichtige Dinge mit. 

Denn auch dieses Feedback solltest du dir unbedingt bewahren! Es ist so wertvoll, weil die anderen Dinge erwähnen werden, die du selbst vielleicht gar nicht auf dem Schirm hattest. Eben deine wahren Stärken und Talente und Erfolge!

Natürlich solltest du dir gut überlegen, mit wem sich die Methode gut anwenden lässt.

  • Netzwerk-Partner*innen, die dich eng begleitet haben und wissen, womit du dich beschäftigt hast?
  • Kolleg*innen, die deine Arbeit kennen und schätzen?
  • Freund*innen, die dich gut kennen und auch deine Erfolge mitverfolgt haben?

Gerade in einer Runde aus vertrauten beruflichen Kontakten wirst du unglaublich viel mitnehmen können. Ich habe es ja selbst erlebt und den ein oder anderen Gänsehaut-Moment gehabt.

Und natürlich kannst du auch diese Aussagen über dich für Content oder Angebotstexte nutzen. Schau dir die feier-würdigen Erfolge an, wenn du zum Beispiel die nächsten Texte für deine Kund*innen schreibst.


Feedback und Positionierung: So nutzt du die Antworten

Ein paar Möglichkeiten habe ich dir ja schon verraten, aber du kannst mit diesen Schätzen auch im Positionierungs-Prozess arbeiten. Denn du erfährst, wie andere die Arbeit mit dir wahrnehmen, wo sie deine Stärken sehen, wo sie finden, dass du etwas auf besondere Weise tust. All das zusammen ist deine Einzigartigkeit – niemand macht deine Arbeit genau so wie du!

Du kannst Testimonials daraus machen, denn die sind so viel besser, als einfach nur zu behaupten, etwas gut zu können. Wenn andere das sagen, bist du glaubwürdig in dem, was du schreibst.

Nutz die Aussagen für deine Website, für Zitate, vielleicht für Social Media – das ist kein Eigenlob, sondern es sind die Ansichten von anderen, was du besonders gut kannst und wo du eine ganz besondere Art hast, Dinge umzusetzen.

Worin bist du meisterlich? Hast du schon Antworten darauf gefunden?

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