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Du, Sie, er oder was? Duzen oder Siezen im Netzwerk [020]

Du, Sie, er oder was? Duzen oder Siezen im Netzwerk [020]

Du bei Facebook und Twitter, Sie bei Xing und LinkedIn - und was mache ich auf meiner Website? Und was, wenn ich meinen Kunden auch im richtigen Leben treffe? Auf der einen Seite ist unsere Kommunikation lockerer geworden und vielleicht auch leichter, auf der anderen Seite ergeben sich ganz neue Fragen. 

Ich habe mich mal des Themas angenommen und gebe offen zu, dass ich auch nicht für alles eine Lösung habe. Was hilft: Sich in den anderen zu versetzen. Was kommt deinem Kunden oder deiner Kundin entgegen? Dann fällt die Entscheidung manchmal ganz leicht. 

Was meinst du? Wie gehen Sie damit um? 

Shoutout:

  • Blog "Büronymus - Die menschliche Seite der Arbeit" von Lydia Krüger. Manche, ach eigentlich alle, Artikel von Lydia sind so lustig, wenn es um das Leben im Großraumbüro, endlose E-Mail-Schleifen oder andere Verhaltensweisen von Menschen auf der Karriereleiter geht. Klare Leseempfehlung!


Duzen oder siezen im Netzwerk  

Wie ist das eigentlich mit dem Duzen und dem Siezen in den ganzen Situationen, in denen wir uns beim Netzwerken bewegen? In den 90er-Jahren oder auch sogar Ende der 90er-Jahre war es noch leicht  - zumindest in Deutschland. 

Früher war alles ganz einfach...

Wir benutzten die höfliche Form, das "Sie", und für den eher leichteren, lockeren Umgang das "Du". Aber auch heute tun wir Deutschen tun uns ein bisschen schwer mit dem lockeren Du und sind im Geschäfts- und Business-Bereich per "Sie" unterwegs. 

Durch die Globalisierung und auch durch das ständige Anwenden von Englisch und das Arbeiten in Ländern wie Skandinavien oder den Niederlanden, ändert sich der Umgang mit dem Siezen. Hier wird generell geduzt. 

Nun ist es so, dass selbst im Englischen, wo das "You" verwendet wird, nicht automatisch alles hierarchiefrei ist. Großbritannien zum Beispiel ist durchaus keine Hierarchie-freie Zone. Im Deutschen galt also in der Geschäftswelt lange Zeit das förmlich "Sie". 

Mit dem Aufkommen der sozialen Medien änderte sich das auch bei uns. Wenn es um Webseiten ging, blieb es weiterhin formal und in der Regel beim "Sie". Als ich zum Beispiel mit meinen Webseiten www.karriereletter.de und www.businessladys.de gestartet bin, habe ich selbstverständlich meine Leser*innen gesiezt. 

Mit Social Media wurde alles anders

Mit Social Media änderte sich das: Besonders plakativ mit Facebook, Twitter und dann auch mit Instagram und den weiteren Social-Media-Kanälen. Die Online-Business-Netzwerke, also XING und LinkedIn blieben weiterhin formaler. Beim ersten Kontakt blieb es beim "Sie". 

Es ist schon sehr komisch, wenn mittlerweile auf einer Unternehmensseite bei Facebook oder in einer Gruppe gesiezt wird. Neulich hatte ich den Fall bei einer Kundin, die sagte: "Ja, wir haben uns für das "Sie" entschieden. Wir siezen ja unsere Kunden!" Wenn man sich allerdings in den sozialen Medien umschaut, merkt man, dass es in der Regel besser mit dem lockereren "Du" funktioniert. 

So weit, so gut. 

Wenn du nun deine Endkunden auf Facebook findest, passt das wunderbar. Was ist aber, wenn du in der Regel mit Unternehmenskunden zu tun hat, also B2B-Kunden ansprechen möchtest? Dabei entstand dann regelmäßig die Frage: Was tun, wenn die Kommunikation von Facebook zu Xing oder ins richtige Leben, zum Beispiel per Telefon, wechselt?

Ich mache es mittlerweile so, dass ich mir unsere Beziehung noch einmal anschaue. Handelt es sich bei meinem Ansprechpartner um jemanden aus einem eher konservativen Unternehmen oder auf einer höheren Position, wechsel ich in der Regel zum "Sie". Im persönlichen Gespräch switche ich dann einfach und mache das auch nicht zum Thema. 

Wenn ich mir unsicher bin, frage ich einfach nach: „Wir sind ja per du bei Facebook, wie sollen wir es denn jetzt halten?“ Wobei ich völlig offen für die Entscheidung bin, denn ein "Sie" kann genauso persönlich und vertrauensvoll sein wie ein "Du". Mit einigen meiner ältesten Kunden bin ich immer noch per "Sie" - und wünsche mir das auch nicht anders. Auf der anderen Seite genieße ich es sehr, dass sich der Umgang so gewandelt hat und vielfach auch lockerer und persönlicher geworden ist. 

Interessant bleibt allerdings die Frage, wie ich als Dienstleisterin meine Kunden über Kanäle anspreche, die nicht so dialogorientiert sind, zum Beispiel:

  • auf der Webseite,
  • im Podcast,
  • im Newsletter?

Kommen meine Kund*innen damit zurecht, dass ich es in den verschiedenen Kanälen unterschiedlich handhabe? 

Was braucht dein Kunde?

Um diese Fragen zu beantworten, musst du dich mit deinen Kunden bzw. den Leser*innen oder Zuhörer*innen auseinandersetzen. Dafür empfehle ich, dich mit der jeweiligen Kundenpersona zu beschäftigen. 

  • Als ich das gemacht habe, wurde mir zum Beispiel klar, dass ich zur Ansprache meiner Kunden für den Personalmarketing-Bereich besser beim "Sie" bleibe, zumindest, wenn ich sie direkt anspreche. 
  • Wenn es dagegen um Solopreneur*innen und Selbständige geht, bietet sich viel eher das "Du" an. 
  • Eine weitere Möglichkeit ist das temporäre "Du", zum Beispiel für die Dauer eines Workshops. Hinterher kann man sich dann frei entscheiden, wie man weiter miteinander umgehen möchte. 

Bei der Frage, wie ich mit dem Wechsel vom "Du" zum "Sie" in den verschiedenen Kanälen umgehe, bin ich mittlerweile pragmatisch geworden. Den unterschiedlichen Umgang damit dürfen meine Kund*innen und Leser*innen durchaus mitbekommen. Denn letzten Endes geht es ja immer um das Gespräch mit mir und das bleibt immer gleich wertschätzend und interessiert.

Wie handhabt ihr das?  

 


Bild: birdys/photocase.de

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