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Ute Blindert

Den Netzwerkmuskel trainieren [Episode 002]

von Ute Blindert 28. Juli 2017
Den Netzwerkmuskel trainieren [Episode 002]

002: Argumente gegen das Netzwerken fallen meinen Zuhörerinnen und Teilnehmern zahlreiche ein. 

Daher bin ich immer auf der Suche nach guten Vorgehensweisen, um endlich den Startpunkt zu erwischen. Warum vergleicht man nicht einmal den Aufbau eines Netzwerks mit einem Trainingsprogramm für den Muskelaufbau, zum Beispiel für einen Marathonlauf. 

Wichtige Punkte der Episode:

  • Der Aufbau eines Netzwerks braucht Zeit - auf einen Marathon trainiert man auch nicht in drei Monaten,
  • Für den effektiven Aufbau sollte man auch mal die Komfortzone verlassen - für den Marathon trainiert man auch unterschiedliche Einheiten,
  • Mit Unterstützung netzwerkt es sich leichter - ist beim Training nicht anders!

Hier finden Sie die Transkription der Episode: 

Hallo ihr Lieben, hier ist Ute Blindert mit Karrierebooster Netzwerken und heute geht es in unserer Episode um das Thema „Der Aufbau des Netzwerkmuskels“. Und zwar bin ich auf das Thema gekommen, weil ich in meinen Vorträgen immer die Fragen habe: 

"Ja, das hört sich alles ganz schön an, Frau Blindert, was Sie da erzählen, aber ich habe da keine Zeit für, ich kann da nichts für erübrigen und ich weiß überhaupt gar nicht, wie ich das irgendwie schaffen soll mit diesem allmählichen Aufbau des Netzwerkens."

Ich habe mir dann mal überlegt: Wie ist das eigentlich, wenn wir trainieren? Wenn wir uns zum Beispiel vornehmen, ich will jetzt 5.000 Meter am Stück schwimmen oder ich möchte einen Marathon laufen, also im Herbst diesen Jahres, im Oktober glaube ich, ist auch wieder der Köln-Marathon, das heißt, wie gehen wir eigentlich da ran, wenn wir so einen Marathon mitmachen wollen? 

Dann gibt es so ein paar Analogien, die eigentlich mit dem Aufbau eines Netzwerkes einhergehen und ich möchte euch dazu aufrufen euren Netzwerkmuskel zu trainieren. Und zwar, wenn wir uns überlegen, ihr habt jetzt vor, einen Marathon mitzulaufen, dann geht das auch nicht, indem man einfach nur sagt:

„Ja, ich laufe jetzt in 2 Wochen den Marathon mit“, sondern ihr müsst dann sagen: Ich brauche auf jeden Fall ungefähr ein Jahr, um für so einen Marathon zu trainieren." 

Beim Netzwerkaufbau ist das ziemlich ähnlich. Wenn ihr ein berufliches Netzwerk aufbauen wollt, dann braucht ihr ungefähr ein, anderthalb bis zwei Jahre, bis ihr ein solches berufliches Netzwerk habt, was euch trägt, wo ihr dann genau wisst: 

  • Wen kann ich anrufen, wenn ich irgendwie ein berufliches Problem habe? 
  • Wen kann ich anrufen, wenn es mit dem Job nicht mehr so gut aussieht? 
  • Bei wem kann ich dann nachhaken, ob es vielleicht eine andere Möglichkeit gibt, in einem anderen Projekt einzusteigen? 

Das verstehe ich unter einem guten beruflichen Netzwerk und das braucht auch ungefähr so zwei Jahre. Für den Marathon braucht ihr das ähnlich. Ihr braucht neben der Ausdauer natürlich noch anderes Training, also normalerweise muss man dann auch noch Krafttraining machen, Gelenkigkeit ist jetzt nicht ganz so extrem wichtig, aber kommt durchaus ein bisschen mit da rein. Natürlich muss man drauf achten, wie man sich ernährt. 

Sicher kann man für einen Marathon ein bisschen was auch daran tun, was für Nahrung man zu sich nimmt. Jetzt habe ich schon mal so über die Regelmäßigkeit gesprochen. Beim Marathontraining leuchtet das ja jedem ein und beim Netzwerkaufbau ist das genauso. 

Je regelmäßiger du einfach an deinem Netzwerk arbeitest - und ich spreche tatsächlich auch von Arbeit - oder dein Netzwerk trainierst, umso leichter wird es dir fallen. Wenn du zum Beispiel dir vornimmst: Ich mache jede Woche einmal eine Stunde was an meinem XING-Profil. Ich gucke mal, wen habe ich diese Woche getroffen, mit wem kann ich mich noch vernetzen? Wie kann ich die Person kategorisieren? Wer hatte jetzt in den letzten Tagen Geburtstag? Wem würde ich gerne nochmal widersprechen? 

Dass du dir einfach vornimmst: Ich mache das jede Woche einmal, vielleicht auch zweimal. Welches Netzwerk du dir da jetzt nimmst, ob das jetzt XING ist oder LinkedIn oder jetzt zum Beispiel, wenn jemand aus Forschung und Entwicklung kommt, ResearchGate oder wer jetzt zum Beispiel in ganz anderen Bereichen unterwegs ist, das vielleicht bei Instagram macht oder bei Twitter, darum geht es nicht. 

Es geht darum, dass du es einfach regelmäßig machst und nicht nur einmal ganz viel und dann ganz lange nichts mehr. Dann kommt natürlich immer noch so mit rein: 

Was will ich überhaupt mit meinem Netzwerk bezwecken? 

Natürlich, wenn du jetzt zum Beispiel anfängst zu laufen, und es steht am Ende ein Marathon, hast du natürlich einen anderen Trainingsaufbau, als wenn du sagst, ich will einfach nur zwei bis drei Mal die Woche laufen. Dann hast du natürlich ein anderes Ziel, als wenn du sagst: Am Ende steht zum Beispiel so ein großer Marathon. Beim Netzwerken ist das natürlich das Gleiche. Wenn du dir überlegst: Ich will einfach nur allmählich mit meinem Netzwerk anfangen, das aufbauen und erstmal so gucken, habe da noch gar nicht so ein besonderes Ziel. 

Das empfehle ich zum Beispiel, wenn jemand am Anfang seines Studiums steht, dann kann man sich natürlich auch erstmal einfach nur mit Menschen sich vernetzen, die man kennengelernt hat und dann muss das Ganze noch nicht so systematisch sein. 

Aber wenn es dann darum geht, dass ihr zum Beispiel in dem Beruf einsteigt oder ihr einem bestimmen Schritt in eurer Karriere steht und jetzt überlegt: Okay, wie geht jetzt denn der nächste Schritt? Wie will ich mich weiterentwickeln? Möchte ich zum Beispiel von meiner Fachlaufbahn in eine Führungslaufbahn wechseln, dann musst du sicher eine Zeit lang anders netzwerken und dich anders sichtbar machen, als wenn du auf der gleichen Stufe bleiben willst oder dich sozusagen dann horizontal weiterentwickeln willst. 

Gleiche Sache auch, wenn du zum Beispiel ein Unternehmen gegründet hast und das Unternehmen nach vorne bringen willst, dann ist es besonders wichtig sich mit anderen Geschäftspartnern zu vernetzen, Kooperationen zu schließen, natürlich Kunden zu gewinnen und da natürlich auch entsprechend so sich zu vernetzen und bekannt zu machen. 

Das ist natürlich was Anderes, als wenn du jetzt zum Beispiel sagst irgendwie: Ich bleibe jetzt hier auf meinem Job und bin da jetzt erstmal im Moment zufrieden. Es ist immer auch abhängig von dem, was du natürlich am Ende erreichen willst. 

Was da natürlich immer mit reinkommt, ist, wenn du für einen Marathon trainierst oder wenn du eine Top-Karriere machen willst, brauchst du natürlich für dein Netzwerken unterschiedliche Zeit- und Geldbudgets. Für einen Marathon musst du zum Beispiel zwei bis drei Mal die Woche trainieren, während, wenn dir die 5 Kilometer in einem Jahr beim Stadtlauf reichen, reicht es wahrscheinlich, wenn du einfach regelmäßig trainieren gehst und vielleicht mal ab und zu guckst, ob du so ein bisschen andere Intervalltrainingseinheiten mit reinbringst. 

Beim Netzwerken ist das ähnlich. Auch da ist, wenn du sagst „Ich habe jetzt gerade mein Unternehmen gegründet, und ich will das richtig groß machen“, dann brauchst du einfach viel Zeit und auch ein Geldbudget, um da dich entsprechend zu vernetzen. Wenn du dich mit deinem Know-how bekannt machen willst, dann musst du zum Beispiel vielleicht einen Blog schreiben, so dass Leute dich kennenlernen und da brauchst du natürlich auch wieder so ein bestimmtes Budget an Zeit, das du dir Verfügung stellst. 

Ich meine, das ist tatsächlich eine Investition. Wenn du jetzt dann weitermachst in deinem Trainieren, dann habe ich ja schon davon gesprochen, dass man halt so seine Ausdauer trainieren soll und ich komme jetzt nochmal so zu dem Punkt, Kraft und Gelenkigkeit. Für die Ausdauer ist es wichtig, dass man es einfach macht, aber man kann klein anfangen und es ist da besonders gut, wenn man einfach eine Routine entwickelt, sodass man immer wieder dranbleibt und vor allen Dingen auch so ins Tun kommt. 

Die Gelenkigkeit, die kommt daher, dass wir auch zwischendrin mal Dinge tun, die unser Körper oder unser Geist nicht gewohnt ist. Analog dazu beim Netzwerken ist das zum Beispiel, dass du dir immer wieder auch mal Situationen suchst, die nicht so easy peasy sind wie die, wo du sowieso schon die meisten Leute kennst, wo ihr eine ähnliche Meinung habt, wo es einfach sehr leicht ist, ins Gespräch zu kommen und auch natürlich ins Geschäft zu kommen. Aber oft sind gerade die Treffen oder die Netzwerkmöglichkeiten Potenziale, oft sind die ein bisschen größer, wenn wir auch mal so ein bisschen gucken, dass wir uns außerhalb unserer Komfortzone bewegen

Ich will da mal ein Beispiel geben. Bei mir ist das zum Beispiel: Ich habe nicht so viel zum Beispiel mit der örtlichen IHK hier in Köln zu tun und ich brauche das normalerweise für mein Geschäft auch nicht unbedingt, aber es ist natürlich mal ganz wichtig, auch mal sich mit den Geschäftspartnern auseinanderzusetzen, die zum Beispiel zu so IHK-Treffen kommen, weil die natürlich oft eine andere Herangehensweise haben an Geschäftsentscheidungen, weil die ein anderes Auftreten haben, weil die andere Themen haben. 

Für mich ist das immer eine ganz spannende Geschichte dahin zu gehen und mal wirklich zu gucken: 

  • Wen kenne ich denn jetzt schon? 
  • Wen kann ich neu kennenlernen? 
  • Wo sehe ich Anknüpfungspunkte? 
  • Wo könnte es interessant sein, dass die Dinge, die ich anzubieten habe, dass das dann wiederum für andere interessant ist? 
Das finde ich so ganz wichtig, da die Gelenkigkeit des Netzwerkmuskels, so ein bisschen da die Gelenke zu schmieren und auch mal einfach neue Dinge kennen zu lernen. Wenn du das einfach regelmäßig machst und immer mal wieder was Neues mit hinein nimmst in dein Netzwerk, dann baut es sich allmählich auf und auch deine Gelenkigkeit wird besser und letzten Endes dann auch die Kraft in deinem Muskel. Weil die Kraft hat viel damit zu tun, wie vielfältig du auch vernetzt bist.


Wenn du immer nur mit den gleichen Leuten vernetzt bist, dann ist es so wie beim Training auch, dann hast du immer die gleichen Muskelgruppen, aber für den Gesamtkörper ist es gut, wenn möglichst viele Muskeln auch mal beansprucht werden. Wenn du da anfängst auch deine Kraftausdauer, also deine Kraft zu trainieren, dann ist das auch fürs Netzwerken total wichtig. 

Ich komme jetzt nochmal so zum 4. Punkt, der immer wichtig ist bei so einem Training und von Muskeln, ist natürlich auch Ernährung ein wichtiger Punkt. Beim Netzwerken finde ich immer, ist eigentlich so die Nahrung fürs Netzwerken ist einfach, dass man sich sagt, es darf auf jeden Fall Freude machen, es darf Spaß machen, ich darf meine Komfortzone verlassen und ja, es ist nicht immer alles Spaß, aber es darf auch lustig sein und es darf halt auch Spaß machen. Das ist die Nahrung, die du fürs Netzwerken brauchst. 

Dann habe ich noch einen Tipp zum Schluss. Mach es nämlich so wie beim Training auch. 

Wann fällt es uns leichter zu trainieren und regelmäßig laufen zu gehen? 

Wenn wir uns Partner suchen, wenn es nicht immer nur der eigene Schweinehund ist, der überwunden werden muss, sondern wenn du es einfach schaffst, jemand anderes an deiner Seite zu haben und dann mit ihr oder ihm loszulaufen und zu trainieren. 

Man kann sich ja gegenseitig auch so ein bisschen pushen, wenn der eine halt in seinem Intervalltraining ein bisschen schneller ist als der andere, dann kann man an seinem Partner eine ganze Menge lernen. 

Fürs Netzwerk trainieren ist da allerdings mein Tipp, zwar mit dem Partner loszumarschieren, aber wenn ihr dann zum Beispiel auf einer Veranstaltung seid, nehmen wir mal an so ein Treffen der Wirtschaftsförderung der Stadt Köln, dann bleibt nicht beieinander, sondern geht wieder auseinander und sprecht mit anderen Leuten. 

Bleibt nicht nur so in eurer Filterblase, sondern mischt euch unter die Leute und lernt neue Leute kennen. Wenn ihr das alles befolgt beim Aufbau eures Netzwerkmuskels, also die Ausdauer, indem ihr einfach Routine erlangt und jede Woche an euerm Netzwerk arbeitet, Gelenkigkeit im Kopf, indem ihr einfach neue Leute kennenlernt, eure Komfortzone verlasst, Kraftaufbau, indem ihr einfach verschiedenste Muskelgruppen trainiert, verschiedene Hirnareale und die verschiedensten Tools und Werkzeuge benutzt und die richtige Nahrung habt, indem ihr euch auch irgendwie Spaß zugesteht und einfach auch neue Sachen kennen zu lernen, dann wird euer Netzwerkmuskel euch das danken und dann wird es euch irgendwann ganz leicht vorkommen, den immer weiter zu trainieren und weiter aufzubauen. 

Das war’s für heute. Viel Spaß mit dem Karrierebooster Netzwerken. Eure Ute Blindert. Macht’s gut und viel Erfolg!

Bild: knallgrün/photocase.de

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