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Ute Blindert

Studentenorganisationen an deutschen Hochschulen

von Ute Blindert 07. September 2017
Studentenorganisationen an deutschen Hochschulen

Ende letzten Jahres war ich bei einer Innovationsveranstaltung der Deutschen Post in Bonn. Spannende Vorträge, interessanter Austausch, kurz, eine rundum gelungene Veranstaltung. Einer der Beiträge kam von einem Team der TU Delft, die ihr Hyperloop-Projekt für den SpaceX-Wettbewerb von Elon Musk vorstellten. 

Der Vortrag des Studenten machte viel Spaß (ich höre ja Niederländern so gern zu, wenn sie deutsch oder englisch reden;-) - was mich aber viel mehr beschäftigte, war nicht die technische Arbeit und der Erfindungsgeist der niederländischen Studierenden, sondern dass der Moderator betonte, so etwas könne man an deutschen Hochschulen ja lange suchen. 

Falscher kann man gar nicht liegen. 

Gerade kam die Meldung über den Ticker, dass das WARR-Team der TU München nach der ersten Runde der Hyperloop Pod Competition nun auch die zweite Runde für sich entschied. Ihr Fahrzeug ist mit 80 kg nicht nur das leichteste, sondern auch mit 324 km/h das schnellste unter seinen Konkurrenten. 

Nun gehört die TU München und dort speziell die Fakultät für Maschinenwesen sicher zu den Spitzeninstitutionen in der deutschen Hochschullandschaft. So erreicht sie in zahlreichen nationalen, internationalen oder europaweiten Rankings Spitzenplätze. Der Zugang zu den Bachelor- und Master-Studiengängen ist durch ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren geregelt und dadurch die Abbruchquote niedriger als an anderen Hochschulen. Unternehmen treffen hier also auf besonders motivierte und gut ausgebildete Studierende. Das wissen diese natürlich auch und suchen sich ihre Jobs gern in großen, internationalen Unternehmen oder Beratungen. 

Zum Glück für seine Unternehmen verfügt Deutschland über eine große und vielfältige Hochschullandschaft. Studierende und Absolventen direkt an Hochschulen anzusprechen, ist also eine gute Möglichkeit, an neue Mitarbeiter zu kommen. 

Besonders lohnt sich ein Kontakt zu den Studentinnen und Studenten , die sich in Studierendenorganisationen an deutschen Hochschulen und Universitäten engagieren. Diese lernen im Ehrenamt oft all die Dinge, die eine Hochschule ihnen gar nicht in der Praxis beibringen kann, wie Projektmanagement, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement etc. 

Vielfalt bei Studierendenorganisationen

Die Vielfalt bei Studierendenorganisationen ist enorm. Das macht es zu einer Herausforderung, hier die genau passenden Partner auf studentischer Seite zu finden. So gibt es zum Beispiel:

Studierendenorganisation/Thema Fachrichtungen
AEGEE - Europäisches Studentenforum

Alle Fachrichtungen
AIESEC

Alle Fachrichtungen
Akaflieg - bauen Motor- oder Segelflieger

Luft- und Raumfahrttechnik
EL§A - Organisation der Juristen und Rechtswissenschaftler

Jura, Rechtswissenschaften
Formula Student Germany - bauen Rennwagen mit e-Motor

Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, BWL, Marketing
IAESTE Auslandspraktika für Studierende technischer und naturwissenschaftlicher Studienrichtungen
Ingenieure ohne Grenzen  Maschinenbau und andere technische Studiengänge, auch Bauingenieurwesen
Marketing-Organisationen (Market Team, MTP - Marketing zwischen Theorie und Praxis

interdisziplinär, BWL, Kommunikationswissenschaften, Wirtschaftsinformatik
RoboCup - über 70 Gruppen an deutschen Hochschulen, die Roboter für verschiedene Ligen entwickeln (Humanoid, Small Size Liga, Soccer-Simulation 3D, Rescue Robot Liga etc.)

Informatik, Maschinenbau, Mechatronik, Nachrichtentechnik, Robotik, Automatisierungstechnik, KI, Softwaretechnik, Prozessmesstechnik
Studentische Unternehmensberatungen (BDSU, JC Network)

Alle Fachrichtungen
WINGnet - Verein zur Förderung von Studierenden technisch-wirtschaftlicher Studienrichtungen

Wirschaftsingenieure (Österreich)
Studentenforum im Tönissteiner Kreispolitisch und konfessionell unabhängige, interdisziplinäre Denkfabrik deutscher Student*innen (mit Aufnahmeverfahren)


Zusammenarbeit mit Studenteninitiativen

Wenn Sie sich überlegen, im Rahmen des Hochschulmarketings mit einer oder mehreren Initiativen zusammenzuarbeiten, empfiehlt es sich, gezielt vorzugehen.

  • Auswahl der Studenteninitiative oder -organisation nach genau festgelegten Kriterien: Zielgruppe, Fachrichtung, regionale Nähe wichtig/unwichtig, Kosten, Aufwand, Institutionalisierung des Gruppe
  • Kontaktaufnahme und ggf. Vertragsverhandlung
  • Konzeption des gemeinsamen Projekts (kann von einfachem Sponsoring bis hin zu komplexen gemeinsamen Projekten reichen)
  • Vernetzung der Studierenden mit relevanten Ansprechpartnern in Ihrem Unternehmen
  • Evaluation der Kooperation, evtl. Nachbesserung, Entscheidung über Fortsetzung oder nicht. 

Auswahl der Studenteninitiative:

In vielen Unternehmen gibt es oft auch gewachsene Kooperationen, die Sie sich zunächst einmal anschauen können. Sie könnten hier direkt einmal mit dem letzten Punkt starten und bewerten, wie zielführend diese Kooperation noch ist oder ob Sie etwas verändern sollten. 

Wenn Sie sich auf die Suche nach neuen Kooperationsmöglichkeiten machen (müssen), sollten Sie sehr strategisch vorgehen und genau schauen, wo Sie Ihre Zielgruppe finden, mit welchen Themen sich die Studierenden auseinandersetzen und vor allem auch, wie organisiert die Studierenden bereits sind. Ein Team, was sich erst neu findet, braucht oft etwas länger in der Kommunikation und die Prozesse sind noch nicht so genau definiert. Auf der anderen Seite sind diese Studenten oft besonders motiviert und Sponsoren der ersten Stunde werden meist besonders geliebt! 

Auch die regionale Nähe spielt eine große Rolle, vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Hier sollten Sie tatsächlich an den Hochschulen vor Ort nach studentischen Organisationen recherchieren und mit diesen zusammenarbeiten. 

Kontaktaufnahme:

Viele der Initiativen gehen oft auch von sich aus auf Unternehmen zu. Wenn Sie genau definiert haben, was Sie benötigen, fällt es Ihnen hier auch leichter, "Ja" oder "Nein" zu einer Kooperation zu sagen. 

Nehmen Sie in Kauf, dass die Kontaktaufnahme und die Vertragsschließung etwas Zeit in Anspruch nehmen kann. Natürlich kommt es hierbei auch sehr darauf an, wie organisiert die Gruppen sind. Rechnen Sie auch damit, dass Ihre Ansprechpartner häufig wechseln: Ein Wechsel pro Jahr ist relativ üblich, manchmal geht es auch schneller. 

Konzeption des gemeinsamen Projekts:

Je nachdem, welches Projekt Sie gemeinsam stemmen wollen, sollten Sie ein entsprechend gutes Konzept vorgelegt bekommen. Möglich ist aber auch ein reines Sponsoring, bei dem Sie Geld gegen Sichtbarkeit tauschen. 

Planen Sie allerdings, entsprechend Zeit für die Organisation sowie für die konkrete Arbeit von Mitarbeitern ein. Wenn Sie zum Beispiel ein Team der Formula Student Germany mit Material und Maschinenzeit unterstützen, muss das natürlich entsprechend eingeplant werden. 

Vernetzung der Studierenden mit relevanten Ansprechpartnern im Unternehmen: 

Wer in der Personalabteilung arbeitet, ist meist nicht besonders interessant für Ingenieur*innen - Ihr Ingenieur*innen allerdings schon! Nutzen Sie Gelegenheit wie die Einladung zum Roll-out, diese mit ins Boot zu nehmen und unterstützen Sie mit dem entsprechenden Rahmen. 

Evaluation, Verbesserung, Verlängerung oder Kündigung:

Nach zirka einem Jahr sollten Sie an die Evaluation gehen. 

  • Wie war die Zusammenarbeit vom Ablauf? 
  • Einfach oder kompliziert? 
  • Haben Sie mit der Kooperation Bewerber*innen fürs Unternehmen gewinnen können?
  • Was konnten Sie aus der Kooperation an Input mitnehmen? 
  • Was möchten Sie ändern? 
  • Wollen Sie die Zusammenarbeit fortsetzen?
  • Wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Grundsätzlich würde ich eine einmal geschlossene Kooperation nicht leichtfertig lösen. In der Regel sind die Studierenden über Unterstützung von unternehmerischer Seite sehr froh und versuchen, engagiert mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Manchmal klappt es halt noch nicht so gut - sie sind ja schließlich noch in der Ausbildung! 

Wenn Ihnen eine Kooperation zu aufwendig ist...

Dann schauen Sie erst einmal, bei welchen Firmenkontaktmessen Sie sich mit Ihrem Unternehmen präsentieren könnten. Vielleicht halten Sie erst einmal hier einen Vortrag oder auf Einladung einer studentischen Initiative. 

Linktipps:

Anfrage

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