Sprechen Sie mich an!
This is a simple Text
anfrage@uteblindert.de/+49-221-7329189

Ute Blindert

Xing ist tot! [Episode 003]

von Ute Blindert 04. August 2017
Xing ist tot! [Episode 003]

Was für eine Frage. 

Neulich bei Facebook: 

"Xing aufgemacht. Festgestellt: Es lebt noch! Was tun?" 

Davon ausgehend entspann sich eine angeregte Diskussion über Sinn und Unsinn des Online-Business-Netzwerks aus Hamburg. 

Dabei bringt es der Kölner ja so wunderbar auf den Punkt: 

Et kütt drob an!

Nur, wenn du weißt, was du willst, kannst du entscheiden, welches Werkzeug du benutzen musst. Für das Bild an der Wand brauchst du Hammer und Nagel, auch wenn du die Säge viel schöner findest. 

In diesem Sinne habe ich mal ein paar Gedanken zu Xing und Linkedin gemacht. 

Shownotes:

Hier ist der Transkript der Episode: 

Hallo liebe Freunde des gepflegten Netzwerkens, hier ist Ute Blindert vom „Karrierebooster Netzwerken“. Heute soll es um die interessante Frage gehen: 

Ist XING tot? 

Was für eine Frage. Diese Frage kam lustigerweise in der letzten Woche auf, als ich bei Facebook ein bisschen rumgesurft habe und ein Netzwerk-Kontakt schrieb: 

"XING aufgemacht, festgestellt, es lebt, und ganz erstaunt gewesen." 

Dann entspann sich eine durchaus lebhafte Diskussion darüber, ob XING nun wirklich tot oder ob es vielleicht doch noch sehr lebendig sei, welchen Sinn und Zweck es überhaupt habe, welche anderen Netzwerke besser seien. Es ging hin und her, es gab Befürworter und Gegner, und das ist für mich der Anlass jetzt mal eine Episode zu dem Thema zu machen: 

Ist XING tot? 

Dabei ist ja die wichtige Frage immer: Tot im Vergleich zu was? Natürlich kann ein Online-Netzwerk nicht tot sein, es kann aber sehr wohl sehr aktiv genutzt werden, es kann lebendig genutzt werden und es kann sozusagen gefüllt mit Leben sein. 

Aber da ist natürlich auch immer die Frage: Lebendiger als wer und in welchem Verhältnis? Da kommt natürlich immer die Frage auf bei XING als direktem Vergleich zu LinkedIn zum Beispiel: Wie steht zum Beispiel LinkedIn im Vergleich zu XING da und ist das eine lebendiger als das andere? Sollte ich vielleicht das eine mehr nutzen als das andere? 

Vor allen Dingen ist da natürlich immer die Frage: Wer sollte was nutzen? 

Denn wir haben es ja hier mit ganz unterschiedlichem Nutzungsverhalten zu tun. Wir haben Leute, die vielleicht in DAX-Unternehmen arbeiten oder dort arbeiten wollen, wir haben Menschen, die in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen arbeiten möchten oder viele von euch sind vielleicht selbstständig oder als Unternehmerinnen unterwegs und da muss man immer natürlich ganz unterschiedliche Fragen stellen.

Ich habe mir jetzt als erstes Mal den Vergleich zwischen XING und LinkedIn angetan und bin erstmal in die reinen Zahlen gegangen. 

Die Fakten

Bei XING ist es so: im Moment ist der Wasserstand bei 12 Millionen Mitgliedern in D-A-CH, das sind Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bei LinkedIn sind es 10 Millionen. Jetzt ist die eigentliche Anzahl der Mitglieder nicht für die letztendliche Entscheidungsfindung wichtig, sondern man muss so ein bisschen tiefer gucken und zum Beispiel mal schauen, wie es mit der Relevanz aussieht. 

Wenn man sich da zum Beispiel mal anguckt, wie Google die Relevanz sieht von beiden Netzwerken im Vergleich, muss man sagen, dass LinkedIn im Vergleich zu XING enorm aufgeholt hat und in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen sogar gleichauf liegt. Wenn man sich die Schweiz sogar isoliert anschaut, dann kann man feststellen, dass praktisch das Aufrollen des deutschsprachigen Raums in der Schweiz mit LinkedIn so richtig voranschreitet und man zum Beispiel sagen kann, wenn man in der Schweiz arbeitet oder arbeiten möchte, kann es durchaus sinnvoll sein, eher mit einem LinkedIn Profil vertreten zu sein.

Aber die grundsätzliche Frage ist natürlich immer: Wo wird nach Ihnen gesucht? Also wo solltet ihr vertreten sein, damit Recruiter aus Unternehmen, Personalberater oder Personalvermittler auf euch aufmerksam werden. 

Wo finden euch eure Kunden? 

Wenn ihr selbstständig seid, wenn ihr Unternehmerinnen seid, dann ist auch immer die Frage: Wo suchen die Leute nach euch? 

Da kann man jetzt keine pauschale Aussage treffen, aber ich kann zumindest aus meiner Erfahrung sagen, dass, als ich vor zwei Jahren für mein Buch recherchiert habe, „Per Netzwerk zum Job“, war das erste Tool, was genutzt wurde beziehungsweise das 1. Netzwerk, was genutzt wurde, um nach Profilen zu suchen, XING war. 

Das kam an erster Stelle und LinkedIn erst an vierter. Und selbst, wenn man sagt, das ist zweieinhalb Jahre her, ist es immer noch so, dass das jetzt auch nicht so eine so Wahnsinnszeit ist, dass dieses an erster Stelle stehende komplett auf die zehnte Gerückt ist. Also davon gehe ich einfach nicht aus. 

Das heißt, wer im deutschsprachigen Raum sichtbar sein will für potenziell suchende Arbeitgeber oder für Personalberater und Vermittler, sollte immer noch bei XING vertreten sein.

Ich möchte da aber natürlich noch eine Ausnahme hinterherschicken, denn es hat natürlich immer noch ein bisschen was damit zu tun, bei welchen Arbeitgebern du arbeiten möchtest. Wer sehr international arbeiten möchte, wer unbedingt in einem der DAX-Konzerne arbeiten möchte, sollte sich eventuell überlegen, ob er oder sie den Fokus auf das LinkedIn-Profil legt. Denn da ist es tatsächlich so, dass in den internationalen Unternehmen oder in den DAX-Unternehmen die Anzahl der Mitarbeiter, die bei LinkedIn ein Profil hinterlegt haben und vor allen Dingen die Anzahl der Follower für die Karriereseiten von DAX-Unternehmen bei LinkedIn wesentlich beeindruckender aussieht. 

Es gibt eine sehr gute Seite, den LinkedInsider Deutschland, wo der Autor die ganze Zeit immer solche Sachen und auch sehr zahlenfixiert untersucht, und das finde ich sehr spannend, um sich da mal ein paar Hintergrundinformationen zu holen.

Eine Sache ist allerdings wichtig. Wenn man sich mal anguckt, wie groß die Anzahl der DAX-Unternehmen in Deutschland ist, ich meine gut, das sind 30, und jetzt, wenn ihr euch mal fragt, wie viel Prozent solch große Konzerne ausmachen in der deutschen Wirtschaft, dann muss man sagen, der Prozentsatz dieser sehr großen Unternehmen in Deutschland liegt bei 0,04 Prozent. 

Das heißt, wir haben einfach eine  große Bandbreite von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die zusätzlich natürlich auf der Suche sind nach Mitarbeitern und wenn ich nicht ein geschliffenes Konzernprofil habe bei meinem Mitarbeiterprofil oder zum Beispiel als Dienstleister ganz klar nur zugeschnitten bin auf Konzerndienstleistungen oder Konzernangebote, dann kann ich es mir eigentlich gar nicht unbedingt leisten, nur darauf zu schielen, wer bei den DAX-Unternehmen oder in anderen großen Unternehmen arbeitet. Das heißt im deutschsprachigen Raum würde ich es durchaus in der Regel immer noch empfehlen, auch noch mit einem Profil bei XING vertreten zu sein.

Ist es überhaupt sinnvoll sich zu entscheiden?

Und da bin ich eher ein Fan davon zu sagen, ich gehe nicht nur in die eine Richtung und vor allen Dingen, verbaue ich mir die Chance nicht in eine andere Richtung, weil letzten Endes der Aufwand so ein Profil anzulegen und dann auch letzten Endes zu pflegen, nicht so riesig ist. 

Wie ihr das vielleicht in der Episode vom Netzwerk-Muskel mal gehört habt, hat es immer ein bisschen was damit zu tun, dass man sozusagen so einen Aufschlag macht, so eine Entscheidung und dann einfach immer wieder regelmäßig im Training ist. 

Für diese Profile wäre jetzt mein Vorschlag einfach zu sagen, setzt euch einfach mal einen langen Nachmittag hin, vielleicht am besten, wenn ihr sowieso dabei seid, euer Profil und den Lebenslauf, der dahinterliegt, nochmal anzugucken, zu aktualisieren und dann übertragt einfach diese Daten des Lebenslaufs auf die Profile. Da ist vielleicht, dass wenn ihr jetzt zum Beispiel bei LinkedIn auch noch ein Profil anlegen wollt, was auf Englisch ist oder vielleicht auch noch auf einer anderen Sprache wie zum Beispiel Spanisch, dann ist es vielleicht ein bisschen mehr Aufwand. 

Aber ihr wisst ja, im Netz ist das Tolle, dass, wenn man einmal sehr viel Aufwand gemacht hat und einmal die Sachen gut durchdacht und eingebracht hat, dann ist die feine Sache daran, dass das eigentlich dann anfängt zu wirken und das geht dann nicht mehr weg. Es ist nicht so wie, ihr druckt einmal einen Lebenslauf aus, gebt den jemand in die Hand und dann legt er den vielleicht in die Schublade, sondern wenn ihr euer Profil einpflegt bei XING oder LinkedIn und ihr macht das sehr ausführlich, ihr arbeitet sehr viel mit euren Schlüsselbegriffen, ihr bringt sehr viel Informationen dazu ein, was ihr bei euren diversen Jobs so gemacht habt, dann ist das was, was auf lange Sicht immer mehr Relevanz gewinnt. 

Deswegen würde ich tatsächlich im Moment, da es überhaupt noch nicht entschieden ist, wie sich das entwickelt zwischen den beiden, vielleicht auf lange Sicht tatsächlich so, dass irgendwann XING nicht mehr relevant sein wird. Aber lass es mal in zwei, in fünf oder vielleicht auch in zehn Jahren sein, das wäre aber jetzt für eure Karriere viel zu entscheidend, um dann zu sagen: "Ich brauche das nicht mehr."  

Das können immer dann die entscheidenden fünf Kontakte sein, die dann für eure Karriere wichtig sind. Wenn ihr euch also hingesetzt habt und eure Profile mal so richtig auf Vordermensch gebracht habt und eure Stationen ausführlich beschrieben, eure Schlüsselbegriffe reingebracht, dann lasst ihr es einfach erstmal sacken und dann setzt ihr euch den nächsten Samstag wieder hin und guckt euch die Profile nochmal an. Und feilt nochmal so ein bisschen dran. 

Das ist meine Erfahrung: Ich habe auch immer eine Idee von, es muss alles sofort perfekt sein. Und immer dann, wenn ich daran arbeite, dann ist es oft so, dass ich denke, da ist ja gar nichts dran perfekt und dann höre ich manchmal sogar auf, weil ich denke, ich erreiche diesen Status der Perfektion niemals. Ich habe irgendwann gelernt, dass es total gut ist, einfach erstmal dran zu arbeiten, auch mit einer gewissen Wurschtigkeit, und es dann am besten noch nicht zu veröffentlichen. Das würde ich tatsächlich erstmal noch auf unsichtbar stellen und es mir dann einfach nach ein paar Tagen oder nach einer Woche beide Profile nochmal vornehmen und einfach nochmal drüber bügeln. 

Erstens werdet ihr feststellen, meistens ist es gar nicht so schlecht, was ihr geschrieben habt. Das stelle ich nämlich meistens fest, dann bin ich immer ganz happy und denke so, ach, du kannst es eigentlich doch ganz gut. Wenn ihr dann merkt, ah, an dem Punkt muss ich nochmal feilen, das muss noch ein bisschen sorgfältiger, das muss noch ein bisschen knackiger werden, ja, dann macht ihr das einfach. Ich meine das ist das Coole beim Online, dass wenn euch das morgen nicht mehr gefällt, könnt ihr es sofort wieder ändern und besser geht’s doch gar nicht. Also am 2. Tag nochmal alles drüber bügeln, so machen, dass ihr zufrieden sein könnt und einen Haken drunter machen könnt und dann stellt es einfach auf „Veröffentlichen“.

Dann könnt ihr einfach mal gucken. Es ist natürlich etwas mehr Aufwand, zwei Profile zu pflegen. Es ist auch etwas mehr Aufwand, in zwei Netzwerken vertreten zu sein und zum Beispiel in beiden eine gewisse Aktivität zu zeigen, aber einige Sachen lassen sich ganz gut automatisieren. Also LinkedIn schlägt einem zum Beispiel immer mögliche Kontakte vor und das ist mittlerweile unkomplizierter geworden. Man kann zum Beispiel einfach sagen: "Ja, ich möchte mich gerne mit dieser Person und jener Person vernetzen und LinkedIn schlägt einem dann auch immer wieder entsprechend neue Leute vor. 

XING macht das genauso. Ich finde es meistens immer noch schöner bei XING zum Beispiel auch, gerade weil wir Deutschen ja auch so ein bisschen zurückhaltender sind und es ganz gerne mögen, wenn man nochmal so eine Erklärung mitschickt, warum man sich zum Beispiel mit jemand vernetzen möchte. Wenn ihr dann auf das Profil geht, sagt „Kontakt hinzufügen“ und sagt „Ja, aus den und den Gründen möchte ich mich gerne mit Ihnen oder mit dir vernetzen“. 

Und dann wächst das Netzwerk praktisch in beiden Netzwerken. Der Vorteil ist dabei, also selbst, wenn ihr sagt, oh, das ist jetzt der doppelte Aufwand, den ich hier habe, ist der Vorteil: Je nachdem wie es sich entwickelt, also wie sich sowohl XING entwickelt, wie sich auch LinkedIn entwickelt, habt ihr natürlich die Möglichkeit hinterher auch zu sagen: "Okay, ich kann das eine jetzt so langsam einschlafen lassen und das andere mehr pflegen." 

Es ist aber nicht so, dass ihr das eine von Null aufbauen müsst oder das andere. Deshalb wäre im Moment tatsächlich noch, es sei denn ihr seid sehr fokussiert auf das internationale, sehr globale Konzern-Arbeiten, dann würde ich euch immer empfehlen durchaus in beiden Netzwerken vertreten zu sein. Und ehrlich gesagt, selbst wenn ihr sagt, ich will total gerne nur im Konzern arbeiten, ich will nur international arbeiten, ihr wisst nicht, wo ihr so in fünf oder zehn Jahren steht und ob ihr dann zum Beispiel sagt: Ja, ich stelle mir zum Beispiel vor, dann vielleicht ein kleineres mittelständisches Unternehmen zu kaufen oder ich würde zum Beispiel dann gerne als UnternehmerIn arbeiten, ich möchte gerne Solopreneur sein - und womöglich sind dann eure Kunden mehr unter den XING-Abonnenten zu finden. Da wäre es dann auch mit mehr Aufwand verbunden, da erst das Netzwerk aufzubauen. Also deswegen würde ich tatsächlich im Moment eher zweigleisig fahren.

Ein Wort vielleicht noch dazu, was so den direkten Vergleich anbelangt, was so Zahlenvergleich, so Premium- oder Basis-Profile anbelangt, da würde ich euch immer empfehlen bei XING auf jeden Fall mit einem Premium-Profil zu arbeiten, das kostet mit einem Jahresvertrag um die 5 bis 6 Euro im Monat, das ist wirklich zu vernachlässigen, wenn es um Karrierekosten geht. LInkedin kostet mittlerweile als Premium-Profil auch nur noch zehn Euro. Man hat aber bereits in diesem Basis-Profil relativ viele Möglichkeiten, sodass ihr vielleicht auch überlegen könnt, ob ihr das überhaupt in dem Moment schon braucht, aber ich fände hier tatsächlich auch die Investition in beide Netzwerke durchaus sinnvoll.

Das waren jetzt erstmal so die wichtigsten Fragen zu „Ist XING tot?“. Für den Hausgebrauch, für Fach- und Führungskräfte in deutschen oder deutschsprachigen Unternehmen und auch in großen deutschsprachigen oder mit deutschen Wurzeln versehenen Unternehmen: 

Nein, definitiv nicht! 

Ich habe neulich nochmal eine sehr überzeugende Vorführung gesehen, wo es darum ging, dass jemand Interims-Manager über XING verwaltet hat, sowohl die zur Verfügung stehenden Manager oder Managerinnen wie auch die entsprechenden Kunden aus Unternehmen. Also wo praktisch XING benutzt wurde als ein Customer Relationship System. Das war sehr überzeugend und wo ich zum Beispiel sagen kann, also jeglicher Abgesang, wenn es darum geht, man ist wirtschaftlich, unternehmerisch in Deutschland unterwegs, ist totaler Quatsch. In diesem Sinne, nutzt es als Karrierebooster, über andere Möglichkeiten oder für wen es vielleicht nicht sinnvoll ist, sprechen wir dann in einer der nächsten Episoden. 

Ich wünsche euch alles Gute und schönes Netzwerken and #neverlunchalone. Tschüss!

Eure Ute Blindert

Bild: tiefpics/photocase.de

Noch keine Kommentare, sei jetzt der erste! ;)

Was denkst du?

2016 UTE BLINDERT, KÖLN.

Ute Blindert

MACH´ DEIN LEBEN!