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Ute Blindert

Was Einhörner mit Jobmessen zu tun haben oder: 10 Tipps, wie Ihr Firmenvortrag zum Erfolg wird

von Ute Blindert 05. September 2017
Was Einhörner mit Jobmessen zu tun haben oder: 10 Tipps, wie Ihr Firmenvortrag zum Erfolg wird

Ha, hat es funktioniert? Ist mir endlich eine Clickbait-Überschrift gelungen, und ich habe Sie als neugierigen Leser auf meine Website gelockt. 

Genau das war mein Ziel! 

In Wahrheit bin ich aber ein guter Mensch und möchte Ihnen eigentlich nur ein paar Tipps für Ihre Unternehmenspräsentation auf einer Job- oder Karrieremesse mitgeben. Vor allem, wenn Ihr Unternehmen nicht Porsche, Siemens oder McKinsey heißt. Letztere sind nämlich die Unternehmen, die sich mit welchem Titel auch immer präsentieren könnten, ihre Stuhlreihen wären immer voll. 

Im Hochschulmarketing bekommen Sie als Mitarbeiter*in immer wieder die Möglichkeit, Ihr Unternehmen zu präsentieren, so zum Beispiel auf den besagten Hochschulmessen oder bei Vorträgen an Universitäten. 

Wie laufen diese bei Ihnen normalerweise ab? 

__ "Wir fangen später an, weil wir hoffen, dass noch ein paar Leutchen kommen werden."

__ "Wir fangen mit zehn Besuchern an. Von denen leider nur sechs bis zum Schluss bleiben, um unsere Unterlagen mitzunehmen." 

__ "Der Raum ist brechend voll, und wir könnten den Vortrag zwei Mal anbieten." 

Hand aufs Herz - wie sieht es bei Ihnen aus? 

Wenn Ihr Unternehmen nicht als Marke allein zieht, so wie es (noch) bei den großem Automarken ist oder bei IT-Unternehmen wie Google oder Microsoft, werden Sie in der Regel wenig natürliches Interesse wecken und dementsprechend wenig Zuhörerinnen haben. 

Woran kann es liegen? Lassen Sie uns einen Blick auf die Angebote werfen. Beliebte Titel sind immer wieder "Einstieg bei Unternehmen AG - Arbeiten bei einem Weltmarktführer", "Die Unternehmens-GmbH, Ihre Chance in der X-Branche" usw. 

Spannend geht anders, oder? 

Die Vorträge selbst laufen meist auch nach Schema F ab: Folie nach Folie wird an die Wand geworfen und vorgelesen. Das hat leider zur Folge, dass die meisten dieser Vorträge schlecht besucht sind (3 bis 5 Zuhörer sind keine Seltenheit) oder sogar Zuhörer*innen den Raum verlassen. Viele Unternehmen verzichten dann ganz auf eine Präsentation oder halten sie eher lustlos, "weil ja eh so wenig Interesse gezeigt wird." 

Der Köder muss dem Fisch schmecken 

Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen. Wenn Sie Absolventen oder Studierende ansprechen möchten, müssen Sie sich überlegen, was diese wirklich interessieren könnte! Neben einem spannenden Thema ist es oft auch ein guter Titel, der Lust auf "Mehr" macht!  

Es hilft eben nicht, über uninteressierte Studenten und Absolventinnen zu meckern, sondern am eigenen Angebot zu arbeiten. Dazu habe ich Ihnen aus meiner Erfahrung und Zusammenarbeit mit Studierenden und Absolventen ein paar Tipps zusammengestellt: 

  • Lassen Sie Einsteiger*innen oder Fachleute zu Wort kommen und geben Sie diesen große Freiheiten! Das heißt, es darf auch etwas Kritisches zum Unternehmen beziehungsweise zum Job dabei sein. Besonders überzeugend habe ich das in diesem Jahr als Referentin bei der MatchWorkParty in Dortmund erlebt: So erzählte die Projektmanagerin einer mittelständischen IT-Beratung, wie sie Job und Familie mit drei Kindern schafft. Ihr Tenor: Ein Spaziergang ist das nicht! Aber mit ein bisschen guten Willens von beiden Seiten, geht es. Bei den MINT-Studentinnen kam das sehr gut an und das Unternehmen konnte sich vor Anfragen kaum retten. 
  • Überlegen Sie sich ein Thema, das Ihre Zielgruppe interessieren könnte. Auf Hochschulmessen gehören Bewerbungsthemen immer zu den Rennern. Aber auch Titel wie "Schlaflos im Flieger - Die Wahrheit über Unternehmensberatungen", "Fallstricke im Vorstellungsgespräch" oder "Der Chef ist auch Papa - Warum unser Familienunternehmen YX ein guter Arbeitgeber ist" könnten ein Ansatz sein. 
  • Je nach Zielgruppe wählen Sie ein eher allgemeines oder fachliches Thema: IT-Studierende oder auch angehende Ingenieurinnen locken Sie oft durch fachlichen Austausch und Einblick in Projekte. Aber auch Wirtschaftswissenschaftler schätzen den Einblick in Prozesse und vor allem aktuelle Fragestellungen. 
  • Nutzen Sie Bilder, Videos und erzeugen Sie durch gutes Erzählen Spannung. 
  • Seien Sie außerdem mutig bei neuen Formaten. Auf vielen Messen experimentieren die Veranstalter mit neuen Ansätzen, wie zum Beispiel beim "Slams & Talks" auf der WoMenPower im Rahmen der HannoverMesse
  • Wählen Sie eine Person aus Ihrem Unternehmen aus, die Spaß an Vorträgen hat und schnell einen Kontakt zu den Zuhörern herstellen kann. 
  • Wenn es irgendwie geht, lassen Sie Ihre PowerPoint-Präsentation weg. Meistens haben Sie zirka eine 30 Minuten Zeit. Füllen Sie 20 Minuten und lassen Sie lieber Raum für Fragen. Benutzen Sie stattdessen ein Flipchart oder ansonsten sehr wenig Folien. 
  • Bereiten Sie informative Flyer vor, die die Zuhörer hinterher mitnehmen können.
  • Informieren Sie vorab am Messestand über den Vortrag, laden Sie aktiv dazu ein.
  • Geben Sie Zuhörern die Möglichkeit, auch später noch Kontakt mit Ihnen aufzunehmen.
  • Erzählen Sie nicht nur Positives, das zeigt Charakter. Wenn Ihr Unternehmen in der Provinz liegt, dann ist das wichtig. Sie können aber aufzeigen, wie gut dadurch die Kontakte unter den Kollegen sind.

Und was ist mit den Einhörnern?

Wenn Sie sich nun fragen, was denn Einhörner wirklich mit Jobmessen zu tun haben, denken Sie über folgendes nach: Wenn IT-Absolventinnen momentan auf Einhörner stünden, wäre es vielleicht eine gute Idee, diese im Titel eines Vortrags zu verwenden. Natürlich geht es nicht darum, künstlich jeden Trend mitzumachen, davon haben Sie auch wieder nichts. Sich allerdings Gedanken darüber zu machen, was Ihre Zielgruppe braucht, das sollten Sie.


Linktipp:

  • Einen Überblick über sämtliche Job- und Karriereevents finden Sie unter www.karrierekalender.de. Hier können Sie auch nach Zielgruppen wie Studenten, Absolventen oder Berufserfahrenen filtern. 


Bild: Lucas1989/photocase.de


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