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Ute Blindert

Meine re:publica 2014

von Ute Blindert 12. Mai 2014
Meine re:publica 2014
Moderation re:publica, Stage 3, Bild: Mona Szyperski

Moderation re:publica, Stage 3, Bild: Mona Szyperski

Eine Empfehlung nehme ich von dieser re:publica mit: Überlegen Sie einfach mal, ob Ihnen die Moderation einer Bühne Spaß machen könnte? Gerade, wenn es mit einer eigenen Session nicht geklappt hat. Es ist ein hervorragendes Training, macht sehr viel Spaß, weil Sie im Team mit dem Stage Manager, den Tontechnikern und den Kameraleuten arbeiten. Die meisten Bühnen werden live gestreamt und hinterher können Sie die meisten Sessions auf YouTube anschauen. Und natürlich auch verlinken, einbetten etc. Eine wunderbare Referenz!*

Ich hatte am Dienstag Stage 3 übernommen (von 12.30 bis 21 Uhr). Meine Aufgabe war vor allem, die Vortragenden kurz vorzustellen und ein paar Worte zur nächsten Session zu sagen. Außerdem zum Schluss der Session wieder als Moderatorin für Fragen und Diskussionen zur Verfügung zu stehen. Zur Vorbereitung hatte ich mich im Vorfeld ausführlich mit den einzelnen Sessions befasst und mir entsprechende Notizen gemacht.

Das Herz einer Historikerin

Hier sehen Sie ein Beispiel aus meinem persönlichen Highlight: Charlotte Jahnz (@CJahnz) und Moritz Hoffmann (@Moritz_Hoffmann) berichteten in Ihrem Vortrag über #twhistory und ihr Projekt „Heute vor 75 Jahren – @9nov38„, bei dem die Ereignisse rund um die Reichskristallnacht 75 Jahre später nachgetwittert wurden. Als Historikerin gefiel mir dieses Projekt natürlich besonders gut – vor allem, weil es aufzeigte, wie Geschichte noch aufbereitet werden kann und welche Chancen sich dafür ergeben. Immerhin 10.000 Follower hatte der Account „@9nov38“ zum Schluss des Projekts. Begleitet wurden die Tweets übrigens auf einer Website, auf der alle Quellen akribisch und wissenschaftlich fundiert aufgelistet wurden.

 

Und sonst so?

Der Vorteil einer Moderation liegt natürlich auch darin, dass man gezwungen ist, sich richtig viele Sessions anzuhören, die man sich sonst vielleicht nicht ausgewählt hätte. So habe ich sehr viel über Netzpolitik erfahren und auch viele Sessions auf englisch gehört. Richtig gut gefallen hat mir ein Vortrag von Jonathan Henning und Jonathan Imme mit dem Titel „Where Old-World meets New-era: Creating Solution Processes for global Change“. Beide schickten ihr Publikum kurzerhand nach draußen, um Lösungen für die großen Probleme der Welt zu finden. Und natürlich Christiane Frohmann vom Katersalon: 60 Minuten kluge Gedanken.

Der zweite Tag war dann dem Netzwerken, vor allem auch beim Meet-up der Digital Media Women nach dem Lightning Talk mit Entrepreneurinnen gewidmet. Am dritten Tag war mein Pflichttermin „Ein blindes Huhn ist kein Ponyhof“ mit Wibke Ladwig (@sinnundverstand). Hach, hat das Spaß gemacht!

„Mein Papa weiß nicht, wie das mit dem MacBook geht.“ Lorenzo Tural Osario (@lorenzotural) machte eine Sache ziemlich cool: Er scherte sich einen Dreck darum, was das Publikum von ihm hielt. Das führte zu sehr direkten Kommentaren – und im Publikum zu Heiterkeitsausbrüchen. Hier nur ein paar seiner Sätze: „Ich weiß nicht, ob ich was mit Social Media machen werde. Ich mache auf jeden Fall was ordentliches!“ (Auf die Frage, was er denn später mal werden wolle.)  – „Ich verdiene damit nichts. Ich brauche aber auch nichts.“ (Auf die Frage, was seine Dienstleistung denn koste.)

Mein Fazit

Lollys mit besonderem Inhalt. Bild: Ute Blindert

Lollys mit besonderem Inhalt. Bild: Ute Blindert

Gut, es war gut. Im Vorfeld gab es ja bereits Abgesänge auf die re:publica: Sie hätte ihre Innovationskraft verloren, es seien immer die gleichen Themen, es sei ein Sich-selber-feiern der immer gleichen Leute … Wahrscheinlich ist alles davon richtig. Wobei ich die Aussagen nicht beurteilen kann: Es war erst meie zweite re:publica, insofern bin ich keine Avantgarde. Meine Erwartung an solche Konferenzen ist nicht besonders hoch (mein Fehler?!).

Aber ich schätze es ungemein, Leute zu treffen, die ich bis dato nur aus dem Netz kenne – es ist etwas anderes, ob man sich mal von Angesicht zu Angesicht gegenübersitzt. Außerdem mag ich die Vielfalt: Es gab eher unterhaltsame Vorträge und Gedankenhochhäuser, die mir im Alltag eher mal fehlen. Manchmal hätte ich mir etwas weniger Fixierung auf die Technik gewünscht, mehr Blick auf die Themen.

PS: Und dann bin ich ja ein Fan absurder Dinge, die ich einfach erst einmal haben möchte. Meistens verschenke ich diese dann weiter. Mein Highlight waren hier die Skorpion-Lollys! (Es gab auch welche mit Grillen und Würmern. Yummieh!)

*[Update: Auch auf der re:publica 2015 wurden wieder viele Bühnen gestreamt, die Beiträge der Bühnen-Moderatoren wurden allerdings alle herausgeschnitten.]

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2016 UTE BLINDERT, KÖLN.

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