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Ute Blindert

„Jobs werden häufig beim Kaffee gemacht!“ Lars Hahn im Interview

von Ute Blindert 23. März 2015
„Jobs werden häufig beim Kaffee gemacht!“ Lars Hahn im Interview

Lars Hahn verantwortet als Geschäftsführer die LVQ Weiterbildung gGmbH. Ich kenne ihn außerdem als einen außergewöhnlichen Netzwerker, der unter @DerLarsHahn twittert, auf Facebook teilt, kommentiert und in seinem Blog „Systematisch Kaffeetrinken“ über seine persönlichen Ansichten zu Karriere, Weiterbildung, Arbeitswelt und Social Media bloggt. Über sich selbst schreibt er: „Trendschnüffeln, Social Media und Netzwerken – virtuell und real – sind meine Passion.“ Als gebürtiger Ostfriese spricht Lars fließend plattdeutsch (was ich sehr gern höre!), als Wahl-Bewohner des Ruhrgebiets liebt er es zu joggen und zeigt auch schon mal ein paar Streckenansichten bei Instagram unter @derlarshahn.

Ute Blindert: Moin Lars, Ostfriesen gelten ja eher als zurückhaltend. Warum klappt das mit dem Netzwerken eigentlich so gut bei dir?

Da bin ich wohl eher untypisch. Ich bin aber ja auch einige Zeit im Ruhrgebiet. Und hier sind die Leute sehr unkompliziert. Da hab ich wohl was abgekriegt.

Vor einiger Zeit hast du dein Blog „Systematisch Kaffeetrinken“ ins Leben gerufen. Was verstehst du genau darunter?

Naja, wenn man zum Bespiel Leute fragt, wie sie ihren Job bekommen haben, so folgt manchmal als Antwort: „Das war quasi zufällig. Ich hatte eine alte Freundin zum Kaffee getroffen, und als sie da so über den Stress bei ihrer Arbeit plauderte, weil sie zu wenige seien, da ergab eines das andere und ich saß am nächsten Tag bei ihrem Chef. Kurzes Gespräch und ich hatte den Job.“ Typisches Beispiel.
Jobs werden also häufig beim Kaffee gemacht. Und da man meistens nicht auf den Zufall warten kann, sollte man eben Systematisch Kaffeetrinken.

Du befasst dich auf deinem Blog auch viel mit der „Arbeitswelt der Zukunft“. Welche Entwicklungen siehst Du in der kommenden Zeit als besonders entscheidend an?

Digitalisierung ist natürlich nicht nur ein Buzzword, sondern in der Tat noch lange Zeit ein Kernthema. Vernetztes Herangehen an die Arbeit geht damit einher.
Zwar werden auch Flexibiliät von Arbeitsort und –zeiten Einzug halten, was sich viele wünschen, aber auch das erfordert neue Fähigkeiten. Selbstorganisation ist da zu nennen. Das bringt einem ja in der Regel keiner bei.

Viele Menschen sagen ja immer, zum Netzwerken hätten sie keine Zeit. Was antwortest du denen?

Ich kenne Menschen, die sagen, sie hätten zum Schlafen keine Zeit. Es ist eben eine Frage der Prioritäten. Außerdem: Wenn man Netzwerken weniger als Tätigkeit, sondern mehr als Spiel betrachtet, geht das automatisch ins Blut über.

Manche reagieren ganz allergisch, wenn man ihnen vorschlägt, sich Facebook auch mal als berufliches Netzwerk anzuschauen. „Ich poste doch nicht mein Mittagessen!“ rufen sie empört. Von dir sieht man auch schon deine Joggingstrecke… Wie siehst du das denn?

Ich bin ja auch bei Facebook nicht wirklich privat. Aber sehr persönlich. Das heißt, „Menscheln“ darf schon dazu gehören. Übers Joggen habe ich seit je her gerne auch im Geschäftsalltag gesprochen.
Wer Facebook aber nicht beruflich nutzen möchte, der soll das auch lassen. Aber dann werden XING und LinkedIn umso wichtiger.

Du hast mir mal erzählt, dass du Pädagogik studiert und lange als Fahrlehrer gearbeitet hast. Heute bist du Geschäftsführer einer Bildungseinrichtung. Wie wird man das?

Ich bin da so reingerutscht. Ernsthaft? Wer Pädagogik studiert, macht das nicht unbedingt, um Geschäftsführer zu werden, sondern eher um die Welt ein bischen besser zu machen. Aber mein Studienthema war bereits Bildungsberatung und -management. Das mache ich heute noch. Nur eben leitender. Karrieren sind in kleinen Unternehmen oft recht unpragmatisch. Bei Engagement wirst Du da automatisch gefordert.

Was würdest du den Absolventen deiner Kurse empfehlen? Sollen sie nun netzwerken oder brauchen sie es vielleicht gar nicht?

Klar. Wenn man netzwerken pragmatisch betrachtet, kann das ja jeder. Wir haben ja viele Hochschulabsolventen, die sogar mit Support durch Arbeitsagentur oder Jobcenter ihre Weiterbildung bei uns machen. Viele dieser Absolventen sind ja Naturwissenschaftler oder Ingenieure, die bei uns zum Beispiel Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Qualitätsmanager werden. Denen empfehle ich dann bisweilen, „Feldforschung“ in punkto beruflichem Arbeitsfeld zu betreiben – gewissermaßen fächergerechtes Netzwerken.
Unseren geisteswissenschaftlich oder BWL-geprägten Teilnehmern, die bei uns eher Marketing, Online-Redaktion oder Social Media Management machen, rate ich dann schon zu beruflicher Marktforschung.
Wichtig ist doch, dass die Art des Netzwerkens zu einem passt. Und ob ich jetzt systematisch Kaffeetrinken oder Teetrinken gehe, ist dann eher einerlei.

Abschlussfrage: Wenn wir uns endlich mal wieder auf einen echten Kaffee treffen, welche Art der Zubereitung empfiehlst du mir?

Ich selbst stehe ja auf espresso doppio macchiato. Also starker Espresso mit reinem Milchschaum. Deutschen Bohnenkaffee trinke ich ja auch. Dann am liebsten schwarz. Aber Dir würde ich empfehlen, den Kaffee so zu trinken, wie er zu Dir passt.

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2016 UTE BLINDERT, KÖLN.

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