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Ute Blindert

Das Recruiting-Prisma: Ergänzungen fürs Campus Recruiting aka Hochschulmarketing

von Ute Blindert 15. August 2017
Das Recruiting-Prisma: Ergänzungen fürs Campus Recruiting aka Hochschulmarketing

Das Social Media-Prisma (im Original: Conversation Prism), entwickelt von Brian Solis und JESS3, zeigt alle relevanten Kanäle im Überblick und nimmt eine Einordnung vor. Gerade bei der Fülle der Kanäle und der rasanten Entwicklung hilft immer wieder der Blick auf diese kluge Übersicht. Hier kann man sich das Prisma anschauen und herunterladen. Nun hat sich der Recruiting-Experte Tjalf Nienaber hat für Personalmarketing-Mitarbeiter und Recruiter das Recruiting-Prisma entwickelt. Angelehnt an das Conversation Prism von Brian Solis und JESS3 soll es einen Überblick über die fürs Recruiting sinnvollen (Social) Media-Kanäle bieten. 

Hier erst einmal das Prisma zur Ansicht: 

Recruiting Prisma V1 2017 07 11

Die jeweils aktuelle Version und weitere Informationen stehen zum Download zur Verfügung. Diskutiert werden über das Prisma kann in der entsprechenden Facebook-Gruppe

Fürs Personalmarketing und Recruiting ist es nahezu umfassend und greift auch auf HR- und Recruiting-Blogs zurück. Natürlich ist ein solches Prisma immer eine Zusammenschau, die nicht alle Angebote, die es allein für Deutschland oder nur den deutschsprachigen Raum gibt, zeigen kann. Außerdem ist der Markt laufend in Bewegung und manche Angebote sind noch im Prisma drin, die längst von anderen ersetzt wurden (z.B. Vine). 

Hochschulmarketing und Campus-Recruiting: meine Ergänzungen

Nun ist natürlich Hochschulmarketing nicht gleich Campus Recruiting. Je nach Unternehmen (und vor allem auch dessen Budget) und Bewerberzielgruppe gibt es hier sehr unterschiedliche Herangehensweisen. So wird es zunehmend wichtiger, IT-Studierende am besten lange vor ihrem Abschluss zu rekrutieren, während dies bei vielen anderen Fachrichtungen noch nicht der Fall ist. 

Ich habe mir das Prisma unter dem Aspekt des Hochschulmarketings angeschaut, das ja manche Kanäle anders fokussiert. Denn es ist natürlich ein Unterschied, ob man Studierende und Absolventen erreichen bzw. rekrutieren möchte oder Entwickler mit Berufserfahrung u.ä. 

Hier bekommen manche Bereiche wie Jobmessen eine andere Gewichtung als dies allgemein der Fall ist. Auch spielen andere Medien ein Rolle oder überhaupt eine. So ist es wenig sinnvoll, auf öffentlichen Toiletten nach Fachkräften zu suchen, auf Unitoiletten kann es durchaus funktionieren. 

Doch der Reihe nach. 

Websites für Student*innen:

Hier gibt es zahlreiche Angebote für die Studierenden und einige sind ja im Recruiting-Prisma aufgeführt. Wer diese Zielgruppe online erreichen möchte, sollte sich auch folgende Angebote anschauen:

  • studis-online.de: Website für Studierende mit hoher Reichweite.
  • EditionF: Zur Ansprache von Frauen mit der Möglichkeit, Unternehmensprofile zu schalten, Jobs zu veröffentlichen. Die Macherinnen haben es innerhalb weniger Jahre geschafft, eine begeisterte Community aufzubauen.
  • Careerloft: Zur Ansprache besonders engagierter Studenten. Verschiedene Pakete sind buchbar wie Target-Mailings, Events, Webinare, Unternehmensprofile etc.
  • meinpraktikum.de, praktikum.info: Website zur Suche von Praktikanten. Diese können Ihr Praktikum bewerten und Arbeitgeber weiterempfehlen.
  • trainee.de, trainee-gefluester.de: Websites zur Suche von Trainees.
  • karista.de: Website zur Suche von Direkteinsteigern.
  • leo.org: Jeder Student Mensch braucht die Seite zum Übersetzen.
  • Hochschulwebsites: Über verschiedene Anbieter (zum Beispiel via myjobportal.de) lassen sich Stellenanzeigen an Hochschulen schalten. Unternehmen können oft auch selbst Anzeigen schalten, manche Hochschulen bieten diesen Service für einen geringen Beitrag oder sogar kostenfrei an. Allerdings ist dies mit erheblichem Aufwand verbunden und es besteht die Möglichkeit, dass die Anzeige nicht gesehen wird. Hier hilft oft die persönliche Zusammenarbeit mit Servicestellen an Hochschulen, z.B. dem Career Service

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Websites, die sich an Studentinnen und Absolventen richten. Viele Unternehmen arbeiten hier auch mit Agenturen zusammen, die die Online-Werbung platzieren. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Agentur unbedingt darauf, dass diese etwas von Ihrer Zielgruppe versteht.  

Recruiting-Websites für Student*innen und Absolvent*innen:

  • Get in IT: Ein Beispiel, wie sinnvoll es sein kann, sich nur auf ein Fachgebiet zu konzentrieren. Das Kölner Unternehmen spricht IT-Absolventen gezielt an, sich in die Bewerber-Datenbank einzutragen. Unternehmen haben nun verschiedene Möglichkeiten, für sich als Arbeitgeber zu werben oder Mitarbeiter zu finden: Mit Unternehmensprofil und Stellenanzeigen, mit der Recherche in der Datenbank, wobei die Profile anonymisiert angezeigt werden und/oder gezielten Mailings an selektierte Teilnehmer. Laut Aussage meiner Kunden ein sehr guter Ansatz zur Suche nach (jungen) IT-Fachkräften.

Medien für Student*innen:

Ja, die Zeiten von Print-Magazinen sind vorbei. Wirklich? Es kommt immer darauf an, was ein Unternehmen bei der Absolventen-Ansprache erreichen möchte. Der Streuverlust ist natürlich relativ groß und damit sinkt der Wert einer Anzeige. Allerdings bieten sich oft gute Möglichkeiten zu Verbindungen zwischen Ihrer direkten Werbung und redaktioneller Ansprache. 

  • Campushunter: Die Magazin-Macher sind rund ums Jahr an Hochschulen unterwegs und haben sehr gute Kontakte zur Studierendenorganisationen wie bonding, EL§A, MTP, MarketTeam oder btS aufgebaut. Sie sind sowohl bei Events wie der Formula Student Germany dabei wie auf den bonding-Messen und Spezialmessen wie women&work und herCareer. Campushunter hat ein Regionalkonzept und ist an Hochschulstandorten wie Aachen, Karlsruhe, Stuttgart, München sowie mit KOMPAKT und Engagier dich! quasi bundesweit vertreten.  
  • AUDIMAX: Analog wie Unicum verteilen die Nürnberger auflagenstarke Magazine mit lockeren Beiträgen zum Studentenleben kostenlos an den Hochschulen und Universitäten. Mit den Spezial-Ausgaben IT, Wiwi und Ing sprechen sie auch die umworbenen Zielgruppen an. 
  • Weitere Medien: Nach wie vor gibt es weitere Print-Magazine für Studierende und Absolventen, zum Beispiel den karriereführer mit zahlreichen 13 Spezialtiteln oder auch Karrierestart, INGenie aus der Alpha Verlag. 

Aus meiner Erfahrung heraus sollten sich Unternehmen, die Hochschulabsolventen (auch) über Magazine und Zeitschriften ansprechen möchten, bei der Auswahl sehr genau anschauen, wie die Verteilung an Hochschulen ist und wie diese Verteilung sicherstellt, dass die Magazine auch tatsächlich von Studierenden gefunden und gelesen werden. Das IVW-Siegel stellt zumindest sicher, dass auch die in den Mediadaten angegebene Auflage gedruckt und verteilt wird. Es hilft aber auch, sich mal selbst an Hochschulen einen Eindruck zu verschaffen. 

Messen und Recruiting-Events für Student*innen:

Bei den Messen für Student*innen sollte man unbedingt unterscheiden zwischen Firmenkontaktmessen (auch: Hochschulkontaktmessen), Karrieremessen oder Recruiting-Events. Kontaktmessen finden an den Hochschulen vor Ort statt, so dass man die Studierenden in ihrer Homebase ansprechen kann. Diese sind allerdings eher ein Marketing-Instrument als fürs Recruiting. Karrieremessen finden an anderen Standorten statt und können mit Fokus oder auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sein. Bei den Recruiting-Events finden nur ausgewählte Bewerber*innen Einlass. Diese dienen dann auch wirklich dem Recruiting. 

  • Hochschulkontaktmessen: Veranstaltungsreihe meet@hochschule, zahlreiche Messen an Hochschulen bundesweit, teilweise mit fachlichem Fokus
  • Karrieremessen: Absolventenkongress (Köln) sowie weitere regionale Ableger in Essen, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt, München
  • Recruiting-Event: Career Venture (mit fachlichem Fokus)

Wenn Sie sich einen Überblick über Karriereveranstaltungen verschaffen wollen, können Sie unter www.karrierekalender.de recherchieren. Im Unterschied zu anderen Event-Seiten können Sie hier gezielt nach Veranstaltungen an Hochschulen, für Absolventen, Auszubildende oder Frauen suchen. 

Video: 

  • WhatChado: Vor allem als Personalmarketing-Instrument und damit auch fürs Hochschulmarketing geeignetes Videoportal. Pluspunkt ist das Matching zwischen Arbeitgebern und Besuchern der Seite. 

Meiner Meinung nach sollte whatchado mit aufgenommen werden. Vine lässt sich vernächlässigen, da die Seite in Twitter aufgegangen ist. Stattdessen würde ich als Unternehmen mit Periscope oder besser Facebook Live arbeiten. 

Fazit:

Wie Sie sehen, lässt sich das Recruiting-Prisma noch um einige Angebote ergänzen, wenn man den Schwerpunkt auf die Zielgruppe der Studierenden und Absolventen legt. Meinen Ergänzungen lassen sich wahrscheinlich noch weitere hinzufügen. Gern ergänze ich hier im Text. 

Buchtipps und Links:

  • Einen sehr guten Einblick in die Entwicklung des Social Media-Prismas zeigt Lars Hahn in seinem Blog "Systematisch Kaffeetrinken": Social Media Prisma 2017: Was es uns über die Digitalisierung verrät.
  • In meinem Buch "Per Netzwerk zum Job. Insider zeigen, wie Sie Ihre Träume verwirklichen können" (Campus, 2015) zeige ich für Studierende und Absolvent*innen auf, wie diese mit Unternehmen ins Gespräch und damit leichter und gezielt an ihren Job kommen können. Hier finden Sie auch einige Fallbeispiele aus Unternehmen zum Thema Active Sourcing und Hochschulmarketing

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